So, 18. November 2018

Opfer des IS

06.11.2018 14:08

Massengräber im Irak entdeckt - mit 12.000 Toten

In den früheren Gebieten der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat im Irak sind nach UN-Angaben mehr als 200 Massengräber mit den Leichen von bis zu 12.000 Opfern der Extremistengruppe entdeckt worden. Die UN-Mission im Irak rief die irakischen Behörden auf, die Stätten vollständig auszuheben, um den Familien Gewissheit über das Schicksal ihrer Angehörigen zu ermöglichen.

„Die in unserem Bericht dokumentierten Massengräber zeugen von grauenhaften menschlichen Verlusten, schwerem Leiden und schockierender Grausamkeit“, sagte der UN-Gesandte für den Irak, Jan Kubis. Für die Angehörigen sei es wichtig für die Trauerarbeit, Gewissheit über die Todesumstände zu haben. Auch könnten die Massengräber „forensisches Material“ enthalten, das auf Kriegsverbrechen hinweist und zur Aufarbeitung der IS-Verbrechen beiträgt.

Gräueltaten an religiöser Minderheit der Jesiden
Von den 202 entdeckten Massengräbern wurden laut dem UN-Bericht erst 28 ausgehoben, wobei mehr als 1250 Leichen exhumiert wurden. Fast die Hälfte der Stätten liegt in der nördlichen Provinz Ninive, in der die Dschihadisten zahlreiche Gräueltaten an der religiösen Minderheit der Jesiden verübten. Laut den irakischen Behörden werden in Ninive noch immer 3000 Jesiden und 4000 weitere Menschen vermisst. Der Rest der Massengräber liegt in den nördlichen Provinzen Kirkuk und Salaheddin sowie der Provinz Anbar im Westen.

„Das Trauma der Familien der Opfer bleibt“
Das vermutlich größte Massengrab ist der Karsttrichter Khasfa südlich der früheren IS-Hochburg Mossul, in dem bis zu 4000 Tote vermutet werden. Die Dschihadistenmiliz hat an dem Massengrab Sprengsätze hinterlassen, durch die vergangenes Jahr drei irakische Milizionäre und ein Journalist getötet wurden. Die UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet erklärte, die Überprüfung der Massengräber sei essenziell, um die vollständige Aufklärung der von dem IS verübten Gräueltaten zu ermöglichen. „Die schrecklichen Verbrechen des IS im Irak mögen aus den Schlagzeilen verschwunden sein, doch das Trauma der Familien der Opfer bleibt, und der Verbleib von Tausenden Frauen, Männern und Kindern ist weiter ungeklärt“, mahnte sie.

Irakische Armee eroberte im Vorjahr alle IS-Gebiete zurück 
Die IS-Miliz hatte 2014 große Gebiete des Irak erobert und Tausende Polizisten, Soldaten und Zivilisten getötet. Nach erbitterten Kämpfen gelang es der irakischen Armee und verbündeten kurdischen und schiitischen Milizen vergangenes Jahr mit internationaler Unterstützung, alle Gebiete zurückzuerobern. UN-Ermittler sammeln seit August Beweise für Prozesse gegen IS-Kämpfer wegen Kriegsverbrechen, Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Bereits Ende 2017 wurden im Nordirak auf dem Gelände einer ehemaligen US-Militärbasis mehrere Massengräber mit Hunderten mutmaßlichen IS-Opfern entdeckt. Der Stützpunkt al-Bakara nahe der Stadt Hawidscha sei vom IS als Hinrichtungsstätte genutzt worden, sagte der Gouverneur der Region Kirkuk, Rakan Said, damals. 

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