13.01.2010 13:13 |

"Schützt das Klima"

Australier wollen wilde Kamele komplett ausrotten

Australien und sein ewiges Leid mit "eingeschleppten" Tierarten: Aktuell ist es allerdings nicht etwa das aus Europa eingeführte Kaninchen, das sich explosionsartig im Outback vermehrt und die Ernte sowie die kontinentale Flora und Fauna bedroht - eine Million wilder Kamele treibt den Bewohnern den Schweiß auf die Stirn. Jetzt werden Rufe nach einer Ausrottung der "Wüstenschiffe" laut.

Australien hat seit drei Jahrhunderten Probleme mit eingeschleppten Tierarten, die auf dem fünften Kontinent keine natürlichen Feinde haben und häufig die einzigartige Flora und Fauna sowie die Ernte der Bauern bedrohen. Geschätzte 23 Millionen wilde Schweine, fünf Millionen Esel und 300.000 Pferde leben in freier Wildbahn.

Die Population der Kaninchen, die sich im letzten Jahrhundert sogar von einem behördlichen Angriff mit einem tödlichen Virus nicht kleinkriegen ließ, wird auf 300 Millionen geschätzt. Alle acht Jahre stünde ohne Maßnahmen eine Verdoppelung der Population an.

Seit Herbst vergangenen Jahres machen nun die wilden Kamele auf sich aufmerksam, die Ende des 19. Jahrhunderts als Arbeitstiere importiert worden waren. Nachdem eine 6.000 Stück starke Herde wegen der Trockenheit im November mehrere Dörfer im Outback heimsuchte und die Wasservorräte "plünderte", gab es erstmals einen Abschussbefehl. 3.000 Tiere wurden bis Mitte Dezember 2009 von Scharfschützen und Jägern getötet.

Ausrottung als Beitrag zum Klimaschutz
Aber das reicht vielen nicht. In der Politik werden nun Rufe nach härteren Maßnahmen laut - mit teils recht kreativen Argumenten: Die Ausrottung der als Plage betrachteten Kamele wäre ein guter Beitrag zum Klimaschutz, meinte John Cobb, der Agrarsprecher der Opposition, am Mittwoch im australischen Parlament.  

Jedes Kamel rülpse im Jahr eine Tonne Treibhausgase in die Luft. Wenn die gesamte Population von schätzungsweise einer Million Tieren getötet werde, spare das mehr klimaschädliches Gas ein, als wenn 300.000 Autos aus dem Verkehr gezogen würden. Die Labour-Regierung hat bisher nur einen Fonds aufgelegt, um die Herde zu reduzieren. Cobb setzt sich für die völlige Ausrottung ein.

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