Fr, 16. November 2018

Deutlich anfälliger

23.10.2018 10:53

Schokofarbene Labrador Retriever leben kürzer

Schokofarbene Labrador Retriever haben eine Lebenserwartung von 10,7 Jahren und damit fast eineinhalb Jahre weniger als andersfarbige, die im Schnitt 12,1 Jahre alt werden. Das haben Forscher der Universität Sydney herausgefunden.

Das internationale Team um Paul McGreevy nimmt an, dass dies eine Folge der Krankheitsanfälligkeit der schokofarbenen Tiere sei. So hätten diese unter anderem ein höheres Risiko, Ohrenentzündungen oder Hautkrankheiten zu bekommen, schrieben die Forscher im Journal "Canine Genetics and Epidemiology".

Verstärkt werden könnte die Krankheitsanfälligkeit bei der Züchtung. Um einen schokofarbenen Labrador zu bekommen, müssen beide Eltern das Gen für die Farbe in sich tragen. "Wenn die Schokofarbe beim Wurf erwünscht ist, könnten Züchter motiviert sein, nur Hunde bestimmter Zuchtlinien sich miteinander paaren zu lassen", heißt es in der Studie. "Ungewollt", wie die Forscher schreiben, könnte dies die Anfälligkeit für Krankheiten beim Nachwuchs noch vergrößern.

„Tiere nicht innerhalb einer Farbvariante züchten“
Der Direktor des Instituts für Tierzucht und Vererbungsforschung in Hannover, Ottmar Distl, rät davon ab, Tiere nur innerhalb einer Farbvariante zu züchten. Um die Vielfalt zu gewährleisten und Negativ-Effekte nicht zu vermehren, sollte „bunt und quer über die Farben“ gemischt werden.

Für die Studie verglichen die Forscher demografische Daten von über 33.000 Labradoren im Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland. Von fast 2100 zufällig ausgewählten Hunden untersuchten sie Daten zu Krankheiten und Sterblichkeit. Der Zusammenhang von Farbe und Lebensspanne wurde nach Kenntnisstand der Forscher so für noch keine andere Hunderasse festgestellt.

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