Do, 18. Oktober 2018

KH-Nord-Skandal

26.09.2018 15:00

Anwalt verrechnete für simple Anfrage 9000 Euro

Das Krankenhaus-Nord-Desaster in Wien ist um weitere skurrile Details reicher. Ein Advokat kassierte, wie berichtet, mehr als drei Millionen Euro vom Krankenanstaltenverbund (KAV) und diente als „Allzweckwaffe“: Neben Beratungen beantwortete er Anfragen der Opposition und verfasste Zeitungsartikel - für teures Geld.

Das Krankenhaus Nord war bereits 2009 Thema im Gemeinderat. Eine Anfrage der ÖVP wurde an den Anwalt zur Beantwortung weitergereicht. Offenbar handelte es sich um eine komplizierte Materie, denn der Anwalt verrechnete dafür laut Honorarnote 29 Arbeitsstunden.

9000 Euro Honorar
Daraus ergab sich mit einem Stundensatz von 250 Euro sowie mit Barauslagen und Umsatzsteuer ein Honorar von rund 9000 Euro. ÖVP-Gemeinderätin Ingrid Korosec findet das merkwürdig: „Der KAV hat eine eigene Rechtsabteilung, warum braucht man hier einen Anwalt von außerhalb?“

Doch das ist nicht die einzige interessante Rechnung des Juristen: Das Verfassen eines Artikels in einer Tageszeitung schlug sich mit 2,5 Stunden Arbeitszeit und einem Gesamthonorar von 625 Euro zu Buche. Viele freie Journalisten werden bei so einem Honorar wohl neidisch werden.

Anwalt: „Alles korrekt“
Der vielseitig einsetzbare Advokat betonte vor der U-Kommission, „dass alles korrekt abgerechnet wurde“. Allerdings hatte der Mann immer wieder mit Erinnerungslücken zu kämpfen, wenn es ins Detail ging.

Philipp Wagner, Kronen Zeitung

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