Mi, 12. Dezember 2018

Außnahmezustand

19.09.2018 06:00

Hochsicherheitszone beim EU-Gipfel in Salzburg

Höchste Sicherheitsvorkehrungen beim EU-Gipfel in Salzburg: 1800 Polizisten, 850 Soldaten, Straßen- und Platzsperren, Grenzkontrollen und Luftraumüberwachung. Ein Ausnahmezustand.

Wenn Mittwoch und Donnerstag 28 Staats- und Regierungschefs beim EU-Gipfel in der Mozartstadt verweilen, sorgen 1800 Polizisten - von Cobra, Einsatzeinheit bis zu Polizeihunden - und 850 Soldaten für Sicherheit. Für Bevölkerung, Behörden und Einsatzkräfte bedeutet das zwei Tage Ausnahmezustand mit Grenzkontrollen, Straßen- und Platzsperren. „Ein umfangreiches Konzept. Größtmögliche Sicherheit unter geringster Beeinträchtigung für die Leute“, sagt Landespolizeidirektor Franz Ruf. Salzburg wird zur Hochsicherheitszone!

Ganz ohne Einschränkungen geht es freilich nicht: An drei innerstädtischen Hotspots gibt es Platzverbote (vor dem Mozarteum, der Mirabellgarage sowie in der Hofstallgasse vor den Festspielhäusern). Die beliebte Schranne wird ersatzlos gestrichen, der Rupertikirtag um den Dom findet dafür ohne Einschränkung statt.

Staus vor den Grenzübergängen möglich
Temporär werden immer wieder Straßenzüge gesperrt, wenn die Konvois vom Flughafen ins Zentrum fahren. An den betroffenen Straßen gilt Parkverbot, die Schilder stehen bereits.
Seit Montag ist auch das Schengenabkommen außer Kraft. Das heißt Grenzkontrollen samt Reisepasspflicht sowie mögliche Staus vor den Grenzübergängen.

Terminal 2 öffnet am Airport
Am Airport öffnet der „Wintercharter“-Terminal 2 nur für den EU-Gipfel. „Getrennt vom normalen Reiseverkehr“, erklärt Airport-Sprecher Alexander Klaus.

Der Passagierbetrieb wird trotz zweitägiger Flugbeschränkung fast ungestört abgefertigt werden können, „weil der Linienflugverkehr sowie angemeldete Flüge, wie etwa Rettungseinsätze mit Helikopter, ausgenommen sind“, erklärt Generalmajor Karl Gruber, Chef der Luftstreitkräfte. Verboten sind etwa Drohnenstarts, Sportflüge oder auch Paragleiterflüge in den Bergen. Hier drohen empfindliche Verwaltungsstrafen.

Luftraum wird abgesichert
Das gilt für einen Umkreis von 60 Kilometern, in dem das Bundesheer den Luftraum absichert - zwei Tage durchgehend, mit 24 Fluggeräten. Vier bis acht Maschinen, darunter Eurofighter, Hubschrauber und PC7-Flieger, sind ständig in der Luft. „Eine anstrengende Aufgabe“, wissen die Eurofighter-Piloten Martin Auer und Dietrich Springer. Die Jets wurden extra mit Ersatztreibstoff-Tanks aufgerüstet, kreisen gut 2,5 Stunden durchgehend in 4000 Meter Höhe. Am Boden wurde ein mobiles Radarsystem installiert, die Einsatzzentrale ist im Regierungs-Bunker in St. Johann.

Unterstützt wird das Militär dabei von Deutschland, nachdem der Radius für den Luftraum über die Bundesgrenze hinausgeht. Bis am Freitag der Ausnahmezustand beendet ist.

Max Grill, Kronen Zeitung

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