So, 23. September 2018

Bekehrungsversuch

15.09.2018 16:20

Papst appelliert an Mafiosi: „Ändert euch!“

„Ändert euch, Brüder und Schwestern! Bekehrt euch zum wahren Gott. Sonst werdet ihr euer eigenes Leben verlieren und eure schlimmste Niederlage erleben.“ Diesen Appell hat Papst Franziskus am Samstag an Mitglieder der italienischen Mafia während einer Messe zu Ehren eines von der Mafia ermordeten Priesters gerichtet. Der Anti-Mafia-Priester Pino Puglisi, der sich vor allem um Jugendliche kümmerte, um sie von Drogen und dem organisierten Verbrechen fernzuhalten, wurde am 15. September 1993 von zwei Mafia-Killern erschossen.

„Wer Mafioso ist, lebt nicht als Christ, denn mit seinem Leben lästert er Gott“, sagte Franziskus zu den rund 80.000 Anwesenden in Palermo. „Anderen Mitmenschen schenkt man das Leben, man nimmt es ihnen nicht weg. Man kann nicht an Gott glauben und seinen Bruder hassen“, so der Pontifex. Die Liebe Gottes lehne jegliche Gewalt ab und lehre stattdessen die Liebe zu allen Menschen.

„Mann kann nicht an Gott glauben und Mafioso sein“
„Deshalb muss man das Wort ,Hass‘ aus dem christlichen Leben streichen. Deshalb kann man nicht an Gott glauben und gleichzeitig seinen Bruder überwältigen. Man kann nicht an Gott glauben und gleichzeitig ein Mafioso sein! Wer zur Mafia gehört, lebt nicht als Christ, weil er mit seinem Leben den Namen der Liebe Gottes lästert“, sagte der Papst.

Seligsprechung und Anti-Mafia-Demonstration
Die Ermordung Puglisis gilt als Racheakt der Mafia gegen die katholische Kirche. Puglisi war nach den Staatsanwälten Giovanni Falcone und Paolo Borsellino, die ein Jahr vor ihm ermordet worden waren, das prominenteste Opfer im sizilianischen „Mafia-Krieg“ der frühen 90er-Jahre. Vor gut fünf Jahren sprach die katholische Kirche den Priester selig. Der Gottesdienst mit rund 100.000 Menschen war damals auch eine Anti-Mafia-Demonstration.

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