Anstatt des erhofften 21. Weltcupsiegs, dem er auf den letzten zwei Kilometern solo entgegengeskatet war, gab es für den Wahl-Ramsauer am Samstag Rang fünf (+8,3 Sekunden). Der Franzose Jason Lamy Chappuis wiederholte seinen Vortagssieg und baute die Weltcupführung auf 121 Punkte aus.
War Gottwald am Freitag als Vierter des Springens unerwartet früh ins Langlaufrennen gegangen, so lief es am Samstag wie so oft in seiner Karriere. Der Salzburger skatete von Rang 19 nach vorne, holte dabei 40 Sekunden auf und setzte sich im vorletzten Anstieg aus der sechsköpfigen Spitzengruppe ab. Der Vorsprung wuchs, der erste Sieg seit 20. Jänner 2007 in Seefeld schien dem Doppel-Olympiasieger nicht mehr zu nehmen zu sein. "Ich habe mich schon auf den Kampf um Platz zwei vorbereitet", sagte Lamy Chappuis später, "Felix schien außer Reichweite zu sein".
Einbruch knapp vorm Ziel
Doch rund 500 Meter vor dem Ziel traf Gottwald der Hammer. "Ich hab's probiert, aber ich war stehend k.o. Der Kopf wollte, aber die Füße spielten nicht mehr mit", schilderte der Zeller die harten Momente auf der Zielgeraden, als ihn der vierfache Saisonsieger Lamy Chappuis (insgesamt neun Erfolge), der deutsche Tino Edelmann (+2,1/erstmals bester Springer), der erst 19-jährige Alessandro Pittin (3,7/erster Kombi-Podestplatz für Italien) und Ex-Weltmeister Johnny Spillane (USA/4,2) überholten.
Gottwald lag völlig ausgepumpt im Schnee, benötigte mehrere Minuten, um sich halbwegs zu erholen. Doch auch das war keine neue Erfahrung. Vor mehr als zehn Jahren war er im WM-Teambewerb an gleicher Stelle ebenfalls völlig ausgelaugt gegangen. "Ich kenne das aus vergangenen Jahren, dass die Runde extrem lang wird", erklärte der Lokalmatador. "Es ist schade, aber jetzt muss ich schauen, dass ich bis Sonntag die Milchsäure aus den Muskeln rausbringe." Da steht der dritte Bewerb in Serie im WM-Ort von 1999 auf dem Programm (12.45/15.45/live ORF 1).
Auch Stecher und Klapfer in den Top Ten
Hinter dem Ex-Weltcupsieger platzierten sich erstmals im Olympia-Winter noch zwei weitere ÖSV-Athleten in den Top Ten. Mario Stecher, dessen Gattin Carina mit dem vier Monate alten Sohn David unter den Zuschauern war, verbesserte sich mit exzellenter Laufleistung (5.) von der 32. an die 7. Stelle (+15,8), Lukas Klapfer wurde Zehnter (19,0) und David Kreiner auch noch 12. (22,1).
Stecher war erneut kein guter Sprung gelungen. "Ich spüre nach dem gestrigen Sturz die Verunsicherung, brauche einige Trainingseinheiten", sagte der Steirer, der jedoch in der Loipe in der teilweise 30 Läufer umfassenden Gruppe Stärke zeigte. "So weit bin ich noch nie nach vorne gelaufen", erklärte Stecher. "Gott sei Dank kam die Gruppe zusammen und ich konnte mich gut positionieren."
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