Fr, 21. September 2018

Fürstenfeld

01.09.2018 17:45

Wasser, Schweiß und schiere Muskelkraft

Bei teils grauslichem Wetter ritterten gut 500 Feuerwehrleute am Freitag und Samstag in Fürstenfeld um ihre Leistungsabzeichen. Beim traditionellen Zillenfahren ging es um Gold, Silber und Bronze.

Es schaut so harmlos aus, wenn die Zillen über die ruhig daliegende Feistritz gleiten - und ist doch die reinste Schinderei. Das merkt jeder, der den Kandidaten aus der Nähe bei ihrem Balanceakt zuschaut. Keiner, dem nicht die Schweißperlen auf der Stirn stehen. Keiner, der nicht schnauft wie ein Dampfross.

Jeder ist ein Held
„We are the Champions“ lässt es Platzsprecher Hannes Mayerl aus den Lautsprechern schallen. Keine Frage: Beim Landeswasser-Leistungsbewerb in Fürstenfeld ist jeder ein Champion, der durchkommt.

Heuer gastiert das traditionelle Spektakel, das sonst auch auf Mur, Enns oder Raab stattfindet, auf der Feistritz hinterm Freibad. Auf dem Parcours rittern die Kameraden um Abzeichen in drei Kategorien: Gold, Silber und Bronze.

Während Bronze und Silber am Samstag bei grauslichem Wetter in Zweier-Teams ausgefahren werden, stehen am teils sogar sonnigen Freitag die Gold-Kandidaten allein in den tückischen, sieben Meter langen Holzzillen. Es gilt, sie mit einer Stange flussaufwärts zu bewegen und mit dem Paddel mit der Strömung durch Tore sowie zu einer Anlegestelle zu bugsieren.

Rekordsieger: Die richtige Haltung zählt
Rund 500 Teilnehmer zählt der Bewerb heuer. Jeder kämpft auf seine Art mit den Tücken des Gleichgewichts. „Am wichtigsten ist das richtige Gefühl, wie man in der Zille steht“, verrät Bewerbsleiter Robert Zach von der Feuerwehr Kirchbach, der selbst sagenhafte 22 erste Plätze zu Buche stehen hat. „Außerdem soll man nicht aus dem Kreuz heraus rudern, sondern mit den Armen“, so der Profi, der anerkennend feststellt: „Man sieht, dass heuer viele Leute sehr gut trainiert haben.“

Sechs Minuten lang brauchen die Asse - andere wiederum mehr als doppelt so lange. Aber jeder bekommt seinen verdienten Applaus.

Leistungsabzeichen gilt fürs ganze Floriani-Leben
Denn Ankommen ist alles: „Wer es ohne Fehler schafft und nicht ins Wasser fällt, der behält sein Leistungsabzeichen ein Leben lang“, erklärt Feuerwehrsprecher Thomas Meier. Hinter dem „Spaß“ stehe das ernste Anliegen, dass die Florianis ein Leben lang lernen: Denn bei Flutkatastrophen sind es genau jene Feuerwehrzillen, die von Haus zu Haus fahren - und Leben retten.

Großes Jubiläum
Im Übrigen feiern die Fürstenfelder Florianis am Sonntag (2. 9.) ihr 150-jähriges Bestandsjubiläum! Der Festakt findet im Feuerwehrhaus mit Beginn um 10.30 Uhr statt.

Matthias Wagner
Matthias Wagner

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