Fluch war nicht schuld

Salzburg-Drama: Ein Selbstfaller der Extraklasse

Mit großem Getöse, inszeniert wie die schillernden Leckerbissen der Salzburger Festspiele: So „färbte“ Dietrich Mateschitz 2005 mit Millionen-Investition Austria Salzburg zum FC Red Bull Salzburg um. Definierte große Ziele, wie es zu den Höhenfliegern aus dem Dosen-Imperium eben passt. Man wolle Dauergast in der Champions League werden, alsbald zu den besten 32 Teams in Europa zählen.

Klang hochtrabend. Doch kaum jemand zweifelte an der Ernsthaftigkeit von Mateschitz‘ Fußballprojekt, das, no na, auch aus Marketing-Gründen aus dem Boden gestampft wurde. Aber weder die größten Skeptiker noch die Befürworter des so genannten Traditionsfußballs trauten sich auszumalen, dass der Traum vom ersten Einzug in die Königsklasse nach elf Versuchen und 13 Jahren Wartezeit nicht wahr werden würde. Seit Mittwoch, seit dem 2:2 gegen Belgrad, ist das leider traurige Realität. Unfassbar!

Dabei hat Salzburg alles richtig gemacht. Das gesamte Jahr 2018 über. Als man das Halbfinale der Europa League erreicht hatte. Auch am Mittwoch - nach dem Mager-0:0 in Belgrad - fanden Dabbur und Kollegen ab Minute eins in die Spur. Und Kapitän Ulmer und Co. hätten die Partie selbst nach der Dummheit von Hannes Wolf und dem Anschlusstreffer der Serben nicht aus der Hand geben müssen.

Es passierte aber. Weil sich der Fluch der Champions League scheinbar in den Genen der Salzburger eingenistet hat. Die Angst, zu scheitern, sie war in den Tagen vorm Endspiel zu spüren. Wieder nach Gegentor eins. Aber nicht der Fluch war schuld. Das Team leistete sich einen Selbstfaller der Extraklasse. Gefühlt war man der Champions League noch nie näher gewesen.

Valentin Snobe, Kronen Zeitung

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