Prozess in Graz

Welpe gegen Wand geworfen: „Hab ihn nur gestupst“

„Nicht schuldig!“ Gleich zu Beginn der Verhandlung am Grazer Straflandesgericht machte die Angeklagte klar, dass sie sich unschuldig fühle. Den Vorwurf der Tierquälerei - die 18-Jährige soll am 8. Juli in Feldkirchen einen neun Wochen alten Hundewelpen gegen die Wand geschmissen haben - musste sie sich gefallen lassen.

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Gleich zu Beginn legte der Verteidiger ein psychologisches Gutachten aus dem Jahr 2008 vor, dass auf die schwere Kindheit der Angeklagten hinwies. Die gebürtige Kärntnerin, die Anfang Juli in Feldkirchen bei Graz wohnte, zeigte sich danach bei ihrer Aussage aber redselig. „Ich habe den Hund am 1. Juli bekommen, meine Mitbewohnerin mochte ihn nicht, hat ihn einmal getreten, sich aber sofort entschuldigt.“ Davon, dass sie „Rocky“, der nun in einem Tierheim sein Dasein fristet, an die Wand geworfen hätte, will sie nichts wissen. „Er hat mich einmal in den Finger gebissen, da habe ich ihn auf die Schnauze gestupst – mehr war da nicht.“

„Ich habe nichts gemacht, und dabei bleibe ich auch. Ich wollte mein Leben nach dem Hund richten.“
Die Angeklagte lehnte eine Diversion ab.

Ihr Umfeld wollte aber, dass der Hund wegkommt. „Ich wurde bedroht“, sagte die Angeklagte, kurz bevor sie eine Sprachnachricht auf ihrem Handy als Beweis dafür abspielte. Da war zu hören, dass ihr ein Bekannter in einem rauen Ton nahelegte, dass sie den Hund weggeben soll, da er sonst den Amtstierarzt verständigen wird. Die Verhandlung wurde vertagt.

A. Petritsch, Kronen Zeitung

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