So, 23. September 2018

Schauspiel

21.08.2018 08:08

Ein Team schuftet für „Jedermann“ in Salzburg

Es ist die 22-köpfige „Jedermann-Partie“, die auch bei größter Hitze während der Festspiel-Saison mit einer Aufgabe beschäftigt ist: Mit dem Aufbau vor dem Salzburger Dom. Die „Krone“ erkundigte sich hinter den Kulissen bei der Produktionsleiterin Petra Torky. Alles muss klappen, damit Tobias Moretti spielen kann.

Früher Abend in der Hofstallgasse. Petra Torky (46), Produktionsleiterin des „Jedermann“ eilt schnellen Schrittes zum Dom. Die Expertin aus Herzogenburg (NÖ), die für die Wiener Festwochen und das Volkstheater arbeitet, ist heuer für den reibungslosen Ablauf des Jahrhundert-Schauspiels zuständig. Ganze 14 Mal in diesem Sommer, dazu kommen Proben und die Foto-Vorstellung.

Die Dom-Glocke schlägt sechs Mal, der Tisch fährt an uns vorbei, an ihm wird in zwei Stunden die Jedermann-Gesellschaft Platz nehmen.

Auch heute muss es schnell gehen: Nur zweieinhalb Stunden Zeit hat die 22-köpfige Jedermann-Partie, um den Umbau zu bewältigen. Die Inszenierung 2018 spielt ja praktisch direkt in den Dom hinein. Alle Gegenstände, die auf der Bühne zu sehen sind, müssen an jedem Aufführungstag aus dem Lager geholt werden, jede Blume, jede Flasche.

Gerade wird die Treppe von vier Arbeitern nach genauer Anweisung eingehängt. Das Team ist eingespielt, jeder Handgriff sitzt, Nervosität kommt nicht auf.

„Die Herausforderung ist das Spiel im Freien, da sind wir vom Wetter abhängig. Es gibt einen Plan, nach dem akribisch aufgebaut wird“, schildert Petra Torky.

Die genaue Wetterlage und die Prognose der Meteorologen sind entscheidend: Zwei Stunden vor dem Beginn wird mit Präsidentin Helga Rabl-Stadler festgelegt, ob am Platz oder im großen Haus gespielt wird.

Diesmal sind keine bedrohlichen Wolken zu sehen: Die Feinabstimmung steht jetzt auf der „To-do-Liste“: Überprüfung von Licht und Ton, Instrumenten, Mikrofonen.

Akribisch checkt die Inspizientin die Technik, fast wie vor dem Start eines Flugzeugs. Das Handy summt: Ein Fotograf ist eingetroffen.

„Es sind diese berühmten Kleinigkeiten, die manchmal zu Großartigkeiten werden können“, meint die routinierte Produktionsleiterin mit einem Lächeln.

Der Check läuft ausgezeichnet ab, die Schauspieler treffen mit zwei Bussen ein. Den „Jedermann“-Lauf durch die Altstadt hat der Regisseur gestrichen.

Die Vorstellung startet planmäßig um 21 Uhr.

Alles funktioniert: Die Bühne hebt sich, die Party-Tische fallen samt Dekoration lärmend und spektakulär zu Boden und schließlich erscheint im Rauch der Teufel - er wartete unter der Bühne auf seinen Auftritt.

„Ich freue mich, wenn der Jedermann wieder gut gelaufen ist und die Zuschauer applaudieren und einen faszinierenden Abend hatten. Da habe ich sozusagen auch etwas gewonnen,“ meint Petra Torky im Gespräch.

 krone.at
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