Jukic hatte sich das gesamte Rennen über in den Medaillenrängen gehalten. Von Platz drei nach 50 Metern stieß er bis ins letzte Viertel der Distanz hinein auf Rang zwei vor, ehe er sich außer Skworzow auch Pawel Korzeniowski geschlagen geben musste. "Ich hätte noch einen Zug machen müssen", wusste Jukic die 19 Hundertstel Rückstand auf den Polen zu erklären. "Aber in Rijeka vor einem Jahr habe ich um Hundertstel Silber gewonnen. Das gleicht sich aus."
Es ist die insgesamt siebte Medaille von Jukic bei internationalen Großereignissen. Seit März 2008 schlug er bei der Langbahn-EM in Eindhoven, bei der Kurzbahn-WM in Manchester, der Kurzbahn-EM in Rijeka und nun eben in Istanbul zu. "Ich glaube, es war die richtige Entscheidung, hierherzukommen", meinte der 20-Jährige erfreut. Wegen Trainingsrückstands hatte er sich erst spät für den EM-Trip entschieden.
Laszlo Cseh enttäuscht
Vor dem Lauf hatte Jukic mit seiner pausierenden und daheim gebliebenen Schwester Mirna telefoniert, sie wollte sich die Konkurrenz im Fernsehen ansehen. Zu sehen bekam sie, dass aus dem von ihrem Bruder angekündigten Vierkampf um die Medaillen ein Dreikampf wurde, denn Laszlo Cseh hielt nur zu Beginn mit. Nach der 100-Meter-Marke fiel der Ungar wie über 200 Meter Lagen ab, wurde Sechster. Dem steht sein 400-Meter-Lagen-Weltrekord gegenüber.
Gleich um 1,99 Sekunden steigerte sich Jukic im Vergleich zum vorjährigen EM-Finale, als er in Rijeka ebenfalls hinter Skworzow zwei Hundertstel vor dem Vierten Silber gewonnen hatte. "Diese Steigerung ist ein guter Schritt Richtung Budapest", blickte Jukic bereits in den kommenden August zur Langbahn-EM voraus. "Beim Schwimmen bin ich ja stärker, nur bei den Tauchphasen fehlt es noch."
Platz fünf für Nadarajah
Fabienne Nadarajah hat mit Rang fünf über 50 Meter Rücken mit dem OSV-Rekord von 27,10 Sekunden für ein Top-Ergebnis gesorgt. Außerdem kam Jördis Steinegger als Neunte über 400 Meter Kraul zu ihrem zweiten einstelligen Ergebnis bei diesen Titelkämpfen nach Platz acht über die doppelte Distanz. Birgit Koschischek belegte über 100 Meter Delfin Rang zwölf.
Nadarajah war beinahe nicht im Endlauf dabei, obwohl sie sich von ihren 27,80 im Vorlauf im Semifinale auf 27,39 Sekunden gesteigert hatte. Da die 24-Jährige aber den Anschlag verpatzt hatte, fehlten ihr als Elfte ach Hundertstel auf den Aufstieg. Dann aber zog eine Konkurrentin ihre Nennung zurück.
Steinegger hatte besser mitgehalten als am Vortag über 800 Meter Kraul, spürte aber noch ihre Verkühlung. In 4:06,56 Minuten war die Steirerin schließlich um rund eine Sekunde langsamer als am Vormittag im Vorlauf. Dennoch will sie am Sonntag die sehr kräfteraubenden 400 Meter Lagen bestreiten.
Koschischek fehlten 38 Hundertstel auf den Aufstieg ins Finale. Nachdem sie im vergangenen Jahr bei den Kontinental-Titelkämpfen in Rijeka zweimal im Finale gewesen war, verpasste die 22-Jährige nach Rang 15 über 100 Meter Kraul nun auch ihre zweite Endlauf-Möglichkeit. In 57,86 verfehlte Koschischek ihren OSV-Rekord um 44/100.
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