Mo, 17. Dezember 2018

Ständige Kontrollen

09.08.2018 08:00

Nach E-Card-Coup: TGKK ist Betrügern auf der Spur!

Von einem „raffinierten Sonderfall“ spricht die Tiroler Gebietskankenkasse (TGKK) in der Affäre rund um den jüngst aufgedeckten E-Card-Betrug eines Mutter-Tochter-Gespanns. Ärzte sind dazu verpflichtet, im Zweifelsfall die Identität des Karteninhabers zu prüfen. Doch in diesem schier unfassbaren Fall wurde getrickst.

Über zwölf Jahre hinweg soll eine 68-Jährige ihre E-Card immer wieder an ihre nicht sozialversicherte Mutter weitergegeben haben. Diese wiederum ließ sich dann im Namen der Tochter mehrmals operieren. Auch die folgenden Krankenhaus- und Rehaaufenthalte wurden über diese Karte abgerechnet. Der Gesamtschaden: über 50.000 Euro.

Aber wie kann so etwas in Zeiten wie diesen überhaupt passieren? Für die TGKK ist dieser Coup ein „raffinierter Sonderfall“. Im Zuge einer kassenfinanzierten Behandlung sei der Arzt generell gesetzlich dazu verpflichtet, eine Überprüfung der Identität durchzuführen, wenn er den betroffenen Patienten nicht persönlich kennt. „Laut Auskunft der polizeilichen Sondereinheit verwendete die inzwischen 85-jährige Mutter aber vermutlich einen gefälschten Lichtbildausweis und machte damit eine Identitäts-Prüfung unmöglich“, heißt es von Seiten der geschädigten Sozialversicherungsanstalt.

Routinekontrollen bei Ärzten und Versicherten
Um jegliche Betrügereien und Tricksereien möglichst zu verhindern, werden seitens der TGKK regelmäßig Routinekontrollen bei den Vertragsärzten und den Versicherten durchgeführt. Im Falle der Mediziner bedeutet dies, dass von zwei Fachabteilungen etwa diverse Auffälligkeiten bei Abrechnungen oder Medikamenten-Verschreibungen genauestens überprüft werden.

30.000 Hausbesuche pro Jahr
Nicht zu spaßen ist mit den „Fahndern“ auch beim Thema Krankenstand. Sollte sich beispielsweise der Verdacht ergeben, dass ein solcher missbräuchlich in Anspruch genommen wird, könnte dem Betroffenen eine unangenehme Vorladung ins Haus flattern. Im Vorjahr war dies in Tirol ganze 118.402 Mal der Fall! Zudem werden pro Jahr in etwa 30.000 unangekündigte Hausbesuche abgestattet.

Bei der Tiroler Gebietskrankenkasse waren im Vorjahr mehr als 590.000 Personen versichert. Das entspricht knapp 80 Prozent der heimischen Bevölkerung.

Hubert Rauth
Hubert Rauth

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