So, 16. Dezember 2018

Unseriöse Vermittlung

27.07.2018 09:52

Wenn traumatisierte Hunde in falsche Hände geraten

Tierliebe kann auch ihre Schattenseiten haben: So warnt das Land Niederösterreich derzeit vor sogenannten Vermittlungsvereinen. Sie holen Hunde und Katzen aus dem Ausland, wo sie angeblich vor der Tötung standen. Ein Fall aus dem Bezirk Melk zeigt nun auf, welche Gefahren die „Rettung“ traumatisierter Tiere mit sich bringt.

„Zeus“ musste in seinem Leben schon viel mitmachen. In einer Zuchtfabrik in Bosnien geboren, wurde der Rüde von selbsternannten Tierschützern nach Österreich gebracht. Auf einem Parkplatz bei Wels wurde schließlich Brigitte K. auf den armen Hund aufmerksam. „Ich konnte nicht tatenlos zusehen“, so die zweifache Mutter. Daheim wurde sie gleich mit hohen Kosten konfrontiert. Die Chips im Ohr hatten sich entzündet, mussten vom Veterinär entfernt werden.

Spur des Hundes hat sich verloren
Wenige Wochen später der Eklat: Neben der Auslaufzone, wo „Zeus“ mit Artgenossen spielte, wurde ein Zirkuszelt aufgebaut. Ein lautes „Ho ruck!“ eines Arbeiters genügte - und der traumatisierte Hund drehte durch, verbiss sich in einen Labrador. Seither hatte die Familie Angst vorm eigenen Haustier: „Er wurde immer aggressiver. Wir mussten ihn von unseren kleinen Kindern wegsperren!“ K. wandte sich daraufhin an den Vermittlungsverein, der „Zeus“ erst nach langem Hin und Her zurücknahm. Doch die „Pflegestelle“ in Grimmenstein entpuppte sich als Kellerloch, in dem sich die Spur des Hundes dann auch verliert

Aktion des Landes gegen Welpen-Mafia
„So werden Helfer zu Mittätern“, kommentiert FP-Tierschutzlandesrat Gottfried Waldhäusl den Fall. Die Vereine, die Hunde aus den sogenannten Tötungsstationen holen, zahlen vor Ort in Südosteuropa Geld. Waldhäusl, der – wie berichtet – die Aktion „Welpentraum statt Kofferraum“ ins Leben gerufen hat, klärt auf: „Das sind Kriminelle, die auf Kosten von Tierfreunden ein Geschäft machen.“

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