Di, 20. November 2018

Enormer Anstieg

17.07.2018 18:47

Spanien für Flüchtlinge jetzt Hauptroute in die EU

Erst vor Kurzem war davor gewarnt worden, jetzt ist es durch offizielle Zahlen belegt: Erstmals hat die Mehrheit der Flüchtlinge und Migranten die westliche Mittelmeerroute über Spanien bei der illegalen Einreise in die EU genutzt. Joel Millman, Sprecher der Internationalen Organisation für Migration der UNO (IOM), konnte dieser Entwicklung jedoch etwas Positives abgewinnen: Im Vergleich zur Route Libyen-Italien seien auf dem Weg nach Spanien sehr wenige Menschen ums Leben gekommen. Seit Jänner kamen nach IOM-Angaben insgesamt 1443 Menschen auf dem Mittelmeer ums Leben oder werden seit der Überfahrt vermisst.

Frontex-Chef Fabrice Leggeri hatte Anfang Juli bereits vor steigenden Flüchtlingszahlen auf der Route von Marokko nach Spanien gewarnt. Jetzt hat die Grenzschutzbehörde an der spanischen Grenze im Juni fast 6400 Übertritte gezählt. Dies sei im Vergleich zum Vorjahresmonat, als über diesen Weg rund 2400 Flüchtlinge und Migranten kamen, ein Anstieg um mehr als 160 Prozent.

In der ersten Jahreshälfte 2018 seien insgesamt rund 14.700 Menschen über Spanien in die EU gekommen - fast doppelt so viele wie zwischen Jänner und Juni 2017 (7500). Die meisten von ihnen kamen den Angaben zufolge aus Marokko, Guinea und Mali.

Spanien öffnet Häfen für Flüchtlinge, Italien fährt weiter harten Kurs
Spanien, wo seit Anfang 2018 eine neue Regierung unter dem Sozialisten Pedro Sanchez amtiert, öffnete in mehreren Fällen seine Häfen für in Italien abgewiesene Schiffe. Italiens Populisten-Regierung fährt hingegen seit Wochen einen harten Kurs in der Flüchtlingspolitik. 
Die Zahl der ankommenden Flüchtlinge sank, nachdem die Regierung in Rom im vergangenen Juli ein Abkommen mit der libyschen Küstenwache geschlossen hatte. Sie verringerte sich weiter, seit der neue italienische Innenminister Matteo Salvini von der fremdenfeindlichen Lega-Partei im Juni entschied, NGO-Schiffe mit Flüchtlingen an Bord abzuweisen.

Insgesamt gab es laut Frontex in der ersten Jahreshälfte 2018 mit rund 60.430 gerade einmal halb so viele illegale Grenzübertritte in die Europäische Union wie im Vorjahreszeitraum. Die Grenzschutzbehörde erklärte den Rückgang hauptsächlich mit dem „gesunkenen Migrationsdruck auf der zentralen Mittelmeerroute“.

Von Jänner bis Juni sei die Zahl der in Italien ankommenden Migranten im Vergleich zum Vorjahr um 81 Prozent auf rund 16.100 gesunken, im Juni fiel sie nach Angaben von Frontex sogar um 87 Prozent auf rund 3000.

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
OeNB-Boss verärgert
Bankenaufsicht geht von Nationalbank an FMA
Österreich
„Pro-Russisch“
USA teilen wegen FPÖ weniger Geheiminfos
Österreich
Ermittlungen laufen
Wettbetrug? Liverpool-Star Sturridge im Fokus
Fußball International
Rutschiges Vergnügen
Auch Vierbeiner wollen manchmal einfach nur Spaß
Video Viral
Holland-Star tröstet
Traurig! Schiri erfuhr in Pause vom Tod der Mutter
Fußball International
Australiens Superstar
Rekordtorschütze Cahill beendet Teamkarriere
Fußball International

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.