Rapid hatte zwar in den Anfangsminuten mehr vom Spiel, gab diese Initiative aber schon bald an die Gastgeber ab. Die stark ersatzgeschwächten Hamburger - ohne Ze Roberto, Guerrero, Elia, Benjamin, Alex Silva, Reinhardt und Castelen sowie Petric nur auf der Bank - bekamen die Partie spätestens nach einer halben Stunde in den Griff, ohne dabei freilich zu glänzen. Immer wieder leiteten Ballverluste der Hütteldorfer Offensivaktionen der Hausherren ein, die ihrerseits aber kaum zu echten Chancen kamen.
So wie etwa nach einem unnötigen Jovanovic-Foul an Tesche an der Strafraumgrenze, in dessen Folge ein satter Schuss von Jansen am Tor vorbeistrich (22.), oder neuerlich durch Jansen, der schließlich noch von Kulovits abgeblockt wurde (27.). Nicht nur in diesen beiden Situationen stand übrigens Jansen im Blickpunkt des Geschehens. Rapid, bei dem Spielmacher Hofmann großteils abgemeldet war, stemmte sich gegen das Pressing der Hamburger auch mit mehreren Fouls, schon in der ersten Hälfte kassierte Grün-Weiß vier Gelbe Karten, darunter auch ÖFB-Teamspieler Pehlivan, der damit gegen Celtic Glasgow gesperrt ist.
Verhexter Beginn der zweiten Halbzeit
Der Seitenwechsel brachte freilich nicht den erhofften Umschwung, ganz im Gegenteil wurde Rapid eiskalt erwischt. Nach einem Abschlag von HSV-Goalie Rost gab der völlig unbedrängte Jovanovic mit einem kapitalen Schnitzer die Vorlage für Jansen, der in den Strafraum eindrang und locker zum 1:0 einschoss.
Nach 53 Minuten war dann alles gelaufen: Berg nahm nach flacher Hereingabe von Demel im Strafraum mit dem Rücken zum Tor und Kulovits stehend den Ball kurz an, drehte sich und schoss trocken zum 2:0 ein (53.) - auch in dieser Situation wurde die Unachtsamkeit der Rapid-Defensive schwer bestraft.
Erst in dieser Phase wachte Grün-Weiß etwas auf: Nachdem Hofmann einen Freistoß in die Mauer gesetzt hatte, fällte Rost zwar Jelavic im Strafraum, ein Elfmeterpfiff blieb aber aus. Und den Vorteil konnte Heikkinen nur zu einem Fallrückzieher an die Latte nutzen (56.). Es sollte ein Strohfeuer bleiben, das auch die Hereinnahme von Salihi (52.) für Pehlivan nicht weiter anheizen konnte.
Die Einschussmöglichkeiten fanden die souveränen Gastgeber vor, für Payer ergaben sich dadurch noch mehrere Möglichkeiten zu glänzen: Er verhinderte nicht nur gegen Tesche (59.), sondern auch gegen Jansen (68.), Aogo (78.) und nochmals Tesche (82.), dass der HSV das 0:3 vom Duell in Wien wettmachten konnte.
Reaktionen auf das Spiel
Peter Pacult (Rapid-Trainer): "Ich denke, über die gesamten 90 Minuten war der HSV besser, er hat verdient gewonnen. Wir sind in der ersten Hälfte nicht in Tritt gekommen mit Ausnahme der ersten 60 Sekunden. Dann haben wir uns den Druck aufzwingen lassen. Wir haben viele unnötige Ballverluste gehabt. Aber man braucht nach so einer Halbzeit nicht auf den Tisch hauen. Da muss man die Mannschaft aufrichten. Ich habe auch gesagt, man muss das abhaken, es ist mehr möglich. Denn im Grunde hatte der HSV auch keine echte Torchance. Wir wollten das Herz in die Hand nehmen und nicht mehr mit einem halben Beistrich herumrennen, aber wenn du gleich so einen katastrophalen Fehler machst ... Wir wollen das Spiel gegen Celtic auf jeden Fall gewinnen. Wir müssen uns auch bei den Fans für die hervorragende Unterstützung bedanken."
Steffen Hofmann (Rapid-Kapitän): "Wir sind sehr enttäuscht. Wir sind hierhergekommen, um etwas mitzunehmen. Es ist uns nicht gelungen, richtig gefährlich nach vorne zu werden. Wir dürfen einfach kein Gegentor bekommen. Wenn man dem Gegner solche Gegentore schenkt, hat man in der Europa League nichts verloren. Wir haben gut angefangen, der HSV war da etwas verunsichert. Aber der HSV hat gezeigt, dass er eine starke Mannschaft hat."
Bruno Labbadia (HSV-Trainer): "Unser Sieg war hochverdient. Wir haben sehr gut verhindert, dass wir in Konter laufen. Außerdem hat die Mannschaft auch Geduld gezeigt, Kompliment wie die Mannschaft immer wieder die ganzen Ausfälle wegsteckt. Wir wollen jetzt im letzten Gruppenspiel in Tel Aviv den Gruppensieg fixieren."
Frank Rost (HSV-Tormann): Zur Attacke an Jelavic: "Das hat mit unterschätzen nichts zu tun, wenn ich im Tor stehenbleibe, kann er den Ball in aller Ruhe reinmachen. Das war ein Zusammenprall. Am Wochenende müssen wir aber wieder von vorne anfangen."
Hamburger SV - SK Rapid Wien 2:0 (0:0)
Europa League - Gruppe C, 5. Runde
Hamburg Arena, 48.000 - SR: Nijhuis/NED.
Torfolge: 1:0 (47.) Jansen 2:0 (53.) Berg
Gelbe Karten: Jarolim bzw. Pehlivan, Heikkinen, Katzer, Soma, Kulovits, Boskovic, Thonhofer
HSV: Rost - Demel, Boateng, Mathijsen, Aogo (87. Bertram) - Jarolim, Rincon - Trochowski, Tesche, Jansen (83. Tavares) - Berg (76. Petric)
Rapid: Payer - Kulovits, Soma, Jovanovic, Katzer - Heikkinen (66. Dober), Pehlivan (52. Salihi) - Kavlak, Hofmann (79. Thonhofer), Boskovic - Jelavic








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