Höhlen-Drama

Thailand holt sich Weltraum-Ingenieure zu Hilfe

Ausland
06.07.2018 20:14

Weiter Bangen um die eingeschlossenen thailändischen Jugendfußballer und ihren Trainer: Die Lage in der überfluteten Tham-Luang-Höhle wird zunehmend schwieriger, der Startschuss für eine Rettungsaktion wird aber definitiv nicht mehr am Freitagabend bzw. in den Nachtstunden erfolgen, wie der örtliche Gouverneur bei einer Pressekonferenz mitteilte. Die Taucher würden allerdings in die Höhle gehen, sobald es anfängt zu regnen. Indessen hat auch Hightech-Pionier Elon Musk seine Hilfe bei den Rettungsbemühungen angeboten. Der US-Unternehmer teilte über Twitter mit, er habe Teams seines Raumfahrtunternehmens SpaceX und seiner Ingenieurfirma Boring in das südostasiatische Land entsandt. Boring ist auf Tunnelbau spezialisiert.

„Wir versuchen, den besten Plan zu entwerfen. Wir machen uns Sorgen um den Sauerstoffgehalt und um das Wetter“, sagte der örtliche Gouverneur Narongsak Osottanakorn auf einer Pressekonferenz, danach gefragt, ob mit der Rettung in der Nacht begonnen werde. Er versicherte aber: „Die Burschen betraten die Höhle durch den Eingang und werden die Höhle auch an der Stelle wieder verlassen.“ Die Vorbereitungen für die Rettungsaktion würden demnach deshalb so lange dauern, „weil wir das kleinste Risiko gehen wollen“.

Taucher: „Den Burschen geht es gut“
Dem Gouverneur zufolge berichtete ein Taucher, der die Höhle gegen 21 Uhr Ortszeit verließ, den Burschen gehe es gut. Am Freitagabend bzw. in der Nacht auf Samstag werde allerdings nicht mehr mit der Rettung begonnen, weil die Teenager noch immer nicht tauchen könnten, so der zuständige Lokalpolitiker. Sollte es regnen und die Situation sich stark verschlechtern, werde man versuchen, die Jugendlichen sofort herauszuholen, betonte Osottanakorn zugleich.

Der Gouverneur war es eigenen Worten zufolge auch, der den US-Unternehmer Musk um Hilfe gebeten habe.

Die entsandten Ingenieure beider Firmen, SpaceX und Boring, sollten vor Ort schauen, ob sie „hilfreich“ sein könnten, schrieb Musk dazu auf Twitter. Es gebe bei den Rettungseinsätzen wahrscheinlich viele Komplikationen, „die sich schwer einschätzen lassen, wenn man nicht vor Ort ist“. Der Unternehmer erläuterte, seine Spezialisten sollten erkunden, wie sich Wasser aus dem Tunnel heraus- oder Luft hineinpumpen lasse.

Thailändische Taucher bei der Tham-Luang-Höhle, in der die Fußballmannschaft eingeschlossen war (Bild: AFP)
Thailändische Taucher bei der Tham-Luang-Höhle, in der die Fußballmannschaft eingeschlossen war

Die zwölf Fußballer im Alter zwischen elf und 16 Jahren waren am 23. Juni mit ihrem 25-jährigen Trainer in die Tham-Luang-Höhle Höhle gegangen, kurz danach wurde diese durch anhaltenden Monsunregen weitgehend überflutet. Am Montag wurden sie nach neuntägiger Suche unversehrt gefunden und mit Lebensmitteln versorgt.

Familienmitglieder der eingeschlossenen Fußballmannschaft beten vor einem Schrein. (Bild: AFP)
Familienmitglieder der eingeschlossenen Fußballmannschaft beten vor einem Schrein.

Seit die Buben gefunden wurden, haben sie grundlegendes Tauchtraining erhalten. Aber keiner von ihnen verfügt über Taucherfahrung, einige können nicht einmal schwimmen. Der Weg aus der überschwemmten Tham-Luang-Höhle ist selbst für erfahrene Taucher ein kräftezehrender fünfstündiger Tauchgang.

Briefe von Familien an Kinder zugestellt
Der britische „Guardian“ berichtete indessen, dass erstmals Briefe von den Familienmitgliedern der Eingeschlossenen den Burschen in der Höhle übergeben werden konnten. Der Gouverneur stehe in täglichem Kontakt mit den Angehörigen.

Ein Wettlauf gegen die Zeit: Während die Einsatzkräfte Wasser aus der Höhle pumpen, fluten neue Regenfälle weiterhin die Höhle. (Bild: AFP)
Ein Wettlauf gegen die Zeit: Während die Einsatzkräfte Wasser aus der Höhle pumpen, fluten neue Regenfälle weiterhin die Höhle.

Tödlicher Zwischenfall bei Rettungsaktion
Einen dramatischen Rückschlag bei den Rettungsarbeiten gab es dann am Donnerstag. Ein 37-jähriger thailändischer Taucher kam ums Leben, weil ihm die Atemluft ausging. Der verunglückte ehemalige Marinetaucher habe Behälter mit Atemluft in der Höhle platzieren wollen und auf dem Rückweg das Bewusstsein verloren, hieß es.

Marine-Taucher Saman Gunan kam ums Leben, als er versuchte, einen Sauerstoffbehälter in der Höhle zu platzieren. (Bild: AFP, facebook.com, krone.at-Grafik)
Marine-Taucher Saman Gunan kam ums Leben, als er versuchte, einen Sauerstoffbehälter in der Höhle zu platzieren.

Trotzdem zeigten sich ausländische Taucher am Unglücksort optimistisch, die zwölf Jugendlichen und ihren Coach erfolgreich bergen zu können. „Aus der Höhle herauszutauchen, wird eine Option sein“, sagte der Däne Ivan Karadzic. Auch der Chef der thailändischen Militäreinheit Navy Seal, Apakorn Yookongkaew, bekräftigte den Willen der Einsatzkräfte, das Fußballteam aus der Höhle zu retten: „Wir haben einen Mann verloren, aber wir haben noch immer den Glauben, um unsere Arbeit zu erledigen.“

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