Mo, 12. November 2018

Spielberg

01.07.2018 18:25

185.000 Fans: Eine große Party in Rot-Weiß-Orange

Der Formel-1-Grand Prix von Spielberg wurde wieder zu einem einzigartigen PS-Spektakel. Die Altmeister ließen das Trommelfell „jubeln“ - und 19.000 Holländer feierten Verstappen.

Das Formel-1-Wochenende in Spielberg wurde wieder zu einer heißen Alpen-Party! Der Vorjahresbesuch von 145.000 Fans wurde an diesem Wochenende mit 185.000 klar übertroffen - denn am Red Bull Ring wurde traditionell viel mehr als nur das Rennen geboten, was Chase Carey, den Formel-1-Besitzer von Liberty, begeisterte: „Das Drumherum in der Steiermark ist wirklich großartig!“

Bereits um 8 Uhr drängten sich Tausende Fans am Green Carpet, wo alle Fahrer fleißig Autogramme schrieben und Selfie-Wünsche erfüllten. Um 10.20 Uhr kam Daniel Ricciardo - und ein tausendstimmiges „Happy birthday“ setzte ein. Das Geburtstagskind strahlte: „Was für ein 29. Geburtstag - so einen tollen Chor hatte ich noch nie!“

Bei Kaiserwetter und 23 Grad fieberten die zwei größten Fan-Lager mit Red Bull: Auf der einen Seite der Bergaufgeraden drückten die Österreicher auf der in Rot-weiß-rot getauchten Tribüne ihren „Bullen“ die Daumen - daneben leuchtete es beiderseits der Strecke Orange von den Verstappen-Tribünen: 19.000 Holländer feuerten ihren Max an. Sie wurden von den beiden Hausherren, die in Lederhosen über die Strecke stiefelten, bei der Fahrer-Parade mit Souvenirs aus der T-Shirt-Kanone belohnt.

„Wir alle lieben Max“
Repräsentativ für alle Holländer ließen sich Johnny und Ellen nicht von einer 1200 Kilometer-Anreise und 13 Stunden Autofahrt abschrecken: „Wir alle lieben Max! Das hat nichts mit Hollands Fehlen bei der Fußball-WM zu tun - in Zandvoord kamen wegen ihm kürzlich 110.000 Motorsport-Fans. Die reisen auch noch zu anderen Rennen nach. Aber Österreich lieben wir ganz besonders.“ Dass der „Fliegende Holländer“, der im Vorjahr schon in Runde eins ausgeschieden war, diesmal gewann, war der Tupfen auf dem i.

Die echten Benzinbrüder und Schwestern, die den heißen Sound der alten Motoren lieben, kamen bei der Legendenparade auf ihre Rechnung - das war kein Lärm, das war „Weihnachten fürs Trommelfell!“

Familienduell der Laudas
Die ehemaligen Formel-Asse Niki Lauda, Gerhard Berger, Christian Danner und die Le-Mans-Sieger Jochen Mass und Hans-Joachim Stuck sowie Abfahrts-Olympiasieger Franz Klammer boten unter dem Motto „Eine geile Zeit“ in den 650-PS-Raketen der Deutschen Rennsportmeisterschaft von 1972 bis 1985 eine tolle Show. Niki Lauda lieferte sich ein Familienduell mit seinem Sohn Matthias - gewonnen aber hat Gerhard Berger: Das war Majestätsbeleidigung für Lauda!

„In so einer Kiste mit 350 km/h durch die Nacht von LeMans zu donnern, war ein Highlight meiner Karriere“, strahlte Striezel Stuck.

Nur Hausherr Dr. Helmut Marko hatte zwinkernd abgewunken: „Ich war zur Zeit dieser Autos bereits Teamchef. Das Fahren überlasse ich den Älteren, wie Dieter Quester!“ Der „Quastl“, der seinen einzigen Formel-1-GP 1974 im Murtal bestritten hatte, drückte mit 79 Jahren in einem BMW M1 kräftig auf die Tube.

Volker Silli
Volker Silli

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