Zu Gast bei Red Bull

In den „heiligen Hallen“

Steiermark
30.06.2018 08:00

Das war eine wirklich nicht alltägliche Ehre! Vor dem Grand Prix von Österreich war die „Krone“ am Red Bull Ring in die „heiligen Hallen“ des Red-Bull-Racing-Teams eingeladen, erfuhr beim Lokalaugenschein in der Box der Hausherren, warum es für die Piloten Max Verstappen und Daniel Ricciardo meistens „wie geschmiert“ läuft.

Der in Prag lebende Italiener Dario Izzo, der vom ExxonMobil-Konzern als technischer Berater des „Bullen“-Teams in puncto Öle und Schmiermittel seit 2017 abgestellt ist, führte uns in den Boxen durch sein mobiles Laboratorium, wo die Schmiermittel der 900 PS-starken Rennboliden permanent auf ihre Qualität überprüft werden müssen, damit sie den FIA-Vorschriften entsprechen. Pro Saison testet er 1100 Öl-Proben auf Qualität.

„Je nach Kilometerstand werden die gebrauchten Öle von Getriebe, Motor und Hydraulik sowie die restlichen Schmiermittel auf ihre Konsistenz geprüft“, so Izzo, „damit keine Fehler auftreten können. Das ist wie eine Blutprobe und ein großer Schutz. Denn pro Saison sind für jedes Auto ja nur drei Motoren gestattet.“

Die beeindruckenden Zahlen:

  • Unglaubliche 4000 bewegliche Teile müssen im Motor geschmiert werden.
  • Neunmal pro Minute zischt das Öl durch den 950 Grad heißen Motor.
  • 4000 Mal pro Rennen wechselt der Fahrer die Gänge - beim Grand Prix von Kanada wird durchschnittlich alle 1,3 Sekunden geschaltet.
  • Zweimal wurde letzte Saison durch die Schmiermittel-Analyse ein Motorschaden bei den „Bullen“ verhindert.
  • 0,6 Liter Öl verbrauchen die Rennautos auf 100 Kilometer.
  • Pro Wochenende werden etwa 30 Liter Öl pro Team verbraucht.
  • 105 Kilo Treibstoff sind pro Rennen gestattet.
  • Seit 2014 sind die neuen Motoren in der Formel 1 um 40 Prozent spritsparender geworden.
  • ExxonMobil-betriebene Motoren holten 124 Formel-1-Siege und 11 WM-Titel (6 Fahrer-, 5 Konstrukteurstitel).

„Die Formel 1 ist das ultimative Testgelände für die Entwicklung der Mobil-1-Öle, die auch im Privat-PKW-Bereich eingesetzt werden“, so Izzo, „nur die Belastung bei Kaltstarts im Winter gibt’s in der Formel 1 nicht.“

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