23.06.2018 06:00 |

Umstrittene Grenze

Der Eispalast am Dachstein bleibt steirisch

Es geht nur um wenige Meter, aber um sehr viel Symbolik: Der Grenzverlauf zwischen der Steiermark und Oberösterreich am Dachstein wurde ungenau gezogen, um die Berichtigung wird seit Jahren gerungen. Nun hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden: Der Eispalast bleibt weiterhin auf steirischer Seite!

Innerhalb weniger Meter geht es vom Eiffelturm über die Rialtobrücke in Venedig bis zum Brandenburger Tor - und das bei klirrender Kälte. Die aktuelle Ausstellung im Eispalast führt mit seinen Skulpturen auf eine „Reise durch Europa“. Das klingt grenzenlos - doch eine Grenzfrage beschäftigt rund um den Dachstein seit Jahren viele: Liegt der Eispalast auf steirischer oder oberösterreichischer Seite?

Der Grund ist, dass die historischen, teilweise schon vor 200 Jahren gezogenen Grenzlinien am fast 3000 Meter hohen Dachstein stellenweise ungenau bis falsch waren. Teilweise wichen sie um bis zu 40 Meter von der natürlichen Grenze ab. Die Bundesforste haben daher vor einigen Jahren eine Berichtigung beantragt - und beim Vermessungsamt in Gmunden recht bekommen. Die Aufregung war groß. So musste zum Beispiel der Klettersteig „Irg“ verlegt werden, da er plötzlich im Nachbarbundesland und somit in einem geschützten Natura-2000-Gebiet lag.

Gemeinde Ramsau bekam vor Gericht recht
Für den Bereich des Eispalastes hat die Gemeinde Ramsau den Beschied beeinsprucht und jetzt beim Bundesverwaltungsgericht recht bekommen: Die wirtschaftliche Nutzung gehe vor der natürlichen Grenze, so das Gericht. Das heißt: Der Eispalast bleibt steirisch!

In der Gemeinde Ramsau gibt man sich zurückhaltend zu dieser Causa. Man will kein böses Blut mit den Nachbarn.

Jakob Traby
Jakob Traby
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