Mo, 24. September 2018

Prozess im Herbst?

20.06.2018 11:20

Fall Lucile: Jetzt Mordanklage eingebracht

Im Fall der im Jahr 2014 in Kufstein getöteten 20 Jahre alten französischen Austausch-Studentin Lucile K. aus Lyon hat die Staatsanwaltschaft Innsbruck Mordanklage gegen den tatverdächtigen 40-jährigen Lastwagenfahrer aus Rumänien eingebracht. „Die Anklage ist noch nicht rechtskräftig“, erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Thomas Willam. Sollte sie in Rechtskraft erwachsen, gehe die Anklagebehörde von einem Prozesstermin im Herbst aus. 

Derzeit werde die Anklageschrift gerade ins Rumänische übersetzt, um sie dem Angeklagten im Rechtshilfeweg zukommen zu lassen. Die Geschworenen werden laut einem Bericht der Tiroler Tageszeitung über eine reine Mordanklage entscheiden. Ein weiterer Antrag auf Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher ist mit der Anklage nicht verbunden.

Der Rumäne befindet sich derzeit im Gefängnis in Deutschland. Er war im Dezember vergangenen Jahres nach dem Sexualmord an einer 27-jährigen Joggerin im süddeutschen Endingen zu einer lebenslangen Haftstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Derzeit läuft noch die Revision gegen das Urteil am Bundesgericht in Karlsruhe. Wann der Beschuldigte nach Innsbruck ausgeliefert wird, ist vorerst unklar. Damit der Prozess in Tirol stattfinden kann, muss das Urteil in Deutschland jedenfalls nicht rechtskräftig werden, betonte Willam.

Keine weitere Strafe im Falle einer Verurteilung
Sollte der Beschuldigte auch in Innsbruck verurteilt werden, gilt die Strafe in Österreich rechtlich als Zusatzstrafe. Im Falle einer lebenslangen Freiheitsstrafe in Deutschland würde das Innsbrucker Gericht den Mann formell schuldig sprechen und „in Rücksicht auf das Urteil in Deutschland“ keine weitere Strafe verhängen, hieß es seitens der Staatsanwaltschaft. Wo der Tatverdächtige im Falle zweier Verurteilungen dann seine Strafe absitzen müsste, sei noch offen. Dies würden die Behörden beider Länder gemeinsam entscheiden, so die Anklagebehörde.

Täter-DNA an Tatorten
Wie im Verlauf des Verfahrens in Deutschland bekannt wurde, soll der Angeklagte auch die Tötung von Lucile K. gegenüber einem psychiatrischen Gutachter zugegeben haben. An beiden Tatorten waren Spuren des Angeklagten gefunden worden.

Die Leiche von Lucile, die im Rahmen eines Auslandssemesters in Kufstein studiert hatte, war am 12. Jänner 2014 von Polizisten am Ufer des Inn entdeckt worden. Todesursache waren laut Obduktion heftige Schläge auf den Kopf. Taucher fanden die Tatwaffe im Inn.

 krone.at
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