Di, 25. September 2018

Neben 26.100 € Pacht

20.06.2018 13:40

Im Kobenzl: Neue Böden für 15 Asylanten

Es ist nicht der erste und es wird vermutlich nicht der letzte Skandal sein: Es geht  um das ehemalige Hotel Kobenzl am Salzburger Gaisberg. Das Haus, für das der Bund derzeit monatlich 26.100 € Pacht zahlt, um des als Asylantenquartier nutzen zu können, bekommt neue Böden. Der Bund zahlt.

Wer einmal als Hotelgast im Kobenzl war, den schmerzt das Herz, wenn er sieht, was derzeit aus dem Haus wird. Seit Februar 2015 dient es als Asylquartier bzw. als Erstaufnahme- und Verteilerzentrum für bis zu 100 Menschen. Als die Flüchtlingsströme nachließen, stand das Haus überhaupt einmal komplett leer. Auch nach einem Wasserschaden mussten die Asylanten umquartiert werden.

Im Moment leben  15 Flüchtlinge mit Kindern im ehemaligen Luxus-Hotel. So wenige sind es  wegen Renovierungsarbeiten. „Die Böden im gesamten Haus werden saniert. Deswegen mussten wir den Belegstand reduzieren“, erklärt der Sprecher des Innenministeriums, Christoph Pölzl. Zahlen müssen das nicht die Eigentümer, nein der Bund kommt für die Komplett-Renovierung auf. „Der Bund muss für Abnützungserscheinungen aufkommen. Das ist in allen Asylunterkünften so“, erläutert Pölzl.

Über die genauen Kosten wollte er nichts sagen. Sie dürften aber  im sechsstelligen Bereich liegen. Immerhin umfasst das Haus 4500 Quadratmeter Fläche.

Wie lange das Kobenzl noch als Asylquartier dienen soll, wollte Pölzl ebenfalls nicht verraten. „Das ist noch offen.“ Fakt ist aber, dass der Bund mit den Eigentümern einen Pachtvertrag über 15 Jahre abgeschlossen hat.  Dass heißt, bis 2030 sind noch monatlich 26.100 Euro bzw. jährlich 313.200 Euro  Miete fällig.

Haus wurde 1625 erstmals erwähnt

Das ehemalige Hotel hat eine lange Geschichte hinter sich. Bereits 1625 wurde das nunmehrige Kobenzl als Bauernhof „Mitter-Judenberg“ erstmals urkundlich erwähnt. 1864 entstand daraus eine Jausenstation, die damals an der Gaisbergzahnradbahn lag. Das Haus hieß zwischenzeitlich Rosenhof, Judenbergalm und Cobenzl.

1952 wurde es erstmals zu einem Hotel mit 55 Betten umgebaut. 1959 ging das Gebäude an das Pinzgauer Ehepaar Herzog. Die Familie machte das Haus zum Hotel „Kobenzl“ und verlieh ihm viel Glanz. US-Präsident Richard Nixon, Außenminister Henry Kissinger, und der damalige Thronfolger und nunmehrige japanische Kaiser Naruhito waren in den 70ern zu Gast. Promis aus Musik und Film und wie Arnold Schwarzenegger, Herbert Grönemeyer und Jose Carreras folgten.

Nach der Übergabe des Hauses an die nächste Generation ging es bergab. Ein Verkauf an einen Investor scheiterte 2011, ein Betrüger hatte seine Finger im Spiel gehabt. Seit Februar 2015 dient das Hotel als Asylquartier.

Manuela Kappes
Manuela Kappes

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