"Hand Gottes"-Tor

Die FIFA schließt Wiederholung von IRL - FRA aus

Fußball
20.11.2009 11:45
Die FIFA hat am Freitag eine Wiederholung des Play-off-Rückspiels der WM-Qualifikation zwischen Frankreich und Irland ausgeschlossen. Schiedsrichter-Entscheidungen seien Tatsachen-Entscheidungen, meinte die FIFA sinngemäß auf ihrer Homepage. Dem letztlich entscheidenden 1:1 Frankreichs war ein nicht geahndetes Handspiel von Thierry Henry vorausgegangen.

Irlands Fußball-Verband und die Regierungsspitze hatten am Donnerstag aufgrund des umstrittenen Ausscheidens in der WM-Qualifikation gegen Frankreich die FIFA offiziell um ein Wiederholungsspiel gebeten. Die Franzosen hatten am Mittwochabend Irland durch ein irreguläres Tor zum 1:1-Endstand aus dem Rennen geworfen, dem Treffer war ein klares und absichtliches Handspiel von Thierry Henry vorausgegangen.

Irlands Premier Cowen appellierte in Richtung FIFA an den "Fair Play"-Gedanken. Der Verband verlangt zudem von Frankreich, sich der Forderung nach einer Neuaustragung anzuschließen. Die "Hand Gottes", die Kapitän Thierry Henry zu Hilfe genommen hat, machte auch die Grande Nation nicht glücklich. "Darauf kann man nicht stolz sein", meinte am Tag danach der nicht nur die Zeitung "Le Figaro". Das Sportblatt "L'Equipe" forderte nach dem "katastrophalen Spiel" des Zweiten der Österreich-Gruppe und aktuellen Vize-Weltmeisters Konsequenzen.

Unbehagen in Frankreich
Man müsse überlegen, ob der umstrittene Coach Raymond Domenech wirklich der richtige Mann für den WM-Job sei, heißt es auf Seite eins unter der großen Überschrift "Die Hand Gottes". Während Henrys Facebook-Seite von tausenden wütenden irischen und auch französischen Fans attackiert wurde, machte sich auch im Pariser Regierungspalast die Enttäuschung breit. "Die Franzosen sind beunruhigt und enttäuscht", klagte Gesundheits- und Sport-Ministerin Roselyne Bachelot, nachdem der irische Justizminister Dermot Ahern ein Wiederholungsspiel forderte.

Mitleid mit den tapferen Iren
Der französische Ex-Teampieler Jean-Michel Larque sagte als TV-Kommentator: "Ich fühle mich unwohl." Verbandsboss Jean-Pierre Escalettes meinte, man müsse "den Abend ganz schnell vergessen". Das werden die tapferen Iren, die in beiden Spielen mehr als ebenbürtig waren, nicht so schnell. Das "Handspiel von Räuber Henry versagt den Iren ihr WM-Märchen", bedauerte die "Daily Mirror", während "The Sun" die Parallele zum berühmten argentinischen Tor gegen England bei der WM 1986 zog: "Le Hand Gottes - Betrüger Thierry macht einen Maradona".

"Wir sind angewidert! Sie wollten uns nicht bei der WM", meinte Stürmer Robbie Keane, und sein Teamkollege Richard Dunne fand keinen Trost: "Henry hat mir gesagt, dass wir den Sieg verdient hätten. Aber was soll ich damit? So fühle ich mich noch schlechter."

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(Bild: KMM)



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