Mo, 18. Juni 2018

Am Obernberger See

06.06.2018 06:03

Zufahrts-Streit könnte Hotelpläne nun stoppen

Wird am Obernberger See jemals ein Turmhotel mit vergrabenen Wohntanks gebaut? Nach jahrelangem Ringen tat sich für die Projektbetreiber eine neue Front auf, denn in einem Zivilprozess am Landesgericht ging es am Dienstag darum, ob man überhaupt ein Fahrrecht zum See habe. Acht Mitglieder einer Weggemeinschaft wollen, dass dies gerichtlich verneint wird. Ein Urteil gab es noch nicht.

Beim vierstündigen Zivilprozess war viel von vergangenen Jahrzehnten die Rede. Davon, dass die Wirtsfamilie schon seit den 1950er Jahren mit dem Geländewagen zum Gasthof fuhr und dass sogar viele Gäste - zumindest für den Gepäcktransport - selbst den steilen Weg nutzten. Bis zu 55 Betten bot das historische Gebäude für Sommerfrischler.

Alte Gepflogenheiten aktuell bedeutsam?
Davon jedoch ein Wegerecht für das neue Projekt abzuleiten, hält Grundeigentümer-Anwalt Johannes Roilo für verfehlt: „Der alte Betrieb ist seit 2010 geschlossen und hat mit den nunmehrigen Plänen nichts mehr zu tun.“ Clemens Unteregger von der Natur Refugia Obernberger See GmbH hat nach fast zehnjährigem Kampf einen gültigen Naturschutzbescheid und eine gewerbliche Genehmigung in der Tasche. Doch der plötzliche Zufahrts-Streit ist der nächste große Stolperstein. „Normalerweise hält das kein Unternehmer so lange durch“, sieht Unteregger seine Geduld arg strapaziert.

„In den Mühlen von Dorfzwistigkeiten“
Auch der ursprüngliche Betreiber Gerhard Stocker beobachtete den Prozess und zeigte sich ernüchtert: „Wir kommen hier in die Mühlen von Dorfzwistigkeiten.“ Mehrere hunderttausend Euro hätten die Planungen schon verschlungen - „und jetzt müsste man teilweise wieder von vorne anfangen“. Wie bei Zivilprozessen meist üblich, ergeht das Urteil schriftlich. Auch wenn die Projektbetreiber das Wegerecht erstreiten, ist ein zeitnaher Baustart fraglich.

Andreas Moser
Andreas Moser

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