Do, 16. August 2018

9. Dramatikerfestival

06.05.2018 06:55

Ein expressionistischer Fiebertraum im Irrenhaus

Mit dem Stück „Nullmensch“ (Video) des bosnischstämmigen Tiroler Autors Jovica Letic hat Klaus Rohrmoser sein 9. Tiroler Dramatikerfestival Freitag Abend im BRUX/Freies Theater Innsbruck eröffnet. In diesem „expressionistischen Fiebertraum“ (© Klaus Rohrmoser) begibt sich der Autor im Zuge eines szenischen Oratoriums auf die Suche nach dem Sinn des Lebens. Und das mit skurrilen, teils sogar verstörenden Bildern und Dialogen. Eine Herausforderung für Regisseur und Schauspieler.

Bereits zum 9. Mal findet bis 6. Juli das Tiroler Dramatikerfestival statt, eine Erfindung von Klaus Rohrmoser. „Es gab eine Zeit, da wurde im Landestheater ausschließlich Mitterer gespielt. Zum Unmut der vielen anderen Tiroler Dramatiker. Nach einer Diskussion im Kulturhaus am Inn habe ich daher beschlossen, auch den weniger bekannten Tiroler Dramatikern eine Bühne zu bieten - das war 2002 der Beginn des Festivals“, erzählt Rohrmoser im Gespräch mit der „Krone“. Ganz nach dem Motto: Ein Theaterstück existiert erst, wenn es das Licht der Bühne erblickt hat! Seither findet die Veranstaltungsreihe alle zwei Jahre statt - heuer zum 9. Mal. Dieses Mal mit neun Autoren. Insgesamt gibt es 30 Spieltermine.

Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens
Auftakt war am Freitag Abend im BRUX/Freies Theater in Innsbruck mit dem Werk „Nullmensch“. Autor Jovica Letic begibt sich unter der Regie von Klaus Rohrmoser (Ausstattung: Salha Fraidl) auf eine Suche nach dem Sinn des Lebens. Schauplatz ist eine Irrenanstalt - ein Irrenhaus, das sich die Protagonisten Stück für Stück selber bauen. Skurrile, über weiter Strecken verstörend wirkende Bilder, lassen den Zuschauer in diese Unterwelt eintauchen. In eine Welt, in der man oft nicht mehr zwischen Realität und Fiktion unterscheiden kann. Es ist ein Abtauchen in die Abgründe geschundener Seelen. Der Zuschauer wird im Laufe des Stückes eins mit dem Werk. Ganz brutal wird es, wenn Klaus Rohrmoser immer wieder Filme einspielen lässt. Schwarz-Weiß-Filme von Omar Borubaev (Licht und Ton: Lorenz Delago). Harte Schwarz-Weiß-Filme - nicht nur vom Inhalt her, sondern auch von der Technik. Wie ein Horrorfilm aus den 1950er-Jahren. Genial. Aber ein Albtraum!

Geniale Schauspieler
Fazit: Keine leichte Kost! Das Werk verlangt dem genialen Team rund um Regisseur Klaus Rohrmoser alles ab. Alle, wirklich alle acht Darsteller gehen in ihren Rollen voll und ganz auf und sorgen für Gänsehaut: Florian Böhm, Nevena Lukic, Amarilla Ferenczy, Ivan Pantner, Heinz Fitz, Michael Rudigier und Lucas Zolgar. Hoffentlich sieht man das Ensemble bald wieder in dieser Zusammensetzung!

Markus Gassler
Markus Gassler

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