Sa, 18. August 2018

Auf Foto posiert

02.05.2018 18:05

Afghane wegen Taliban-Mitgliedschaft verurteilt

Ein 20-jähriger Afghane ist am Mittwoch am Landesgericht Leoben zu einer Zusatzstrafe von 15 Monaten verurteilt worden. Er war Mitglied der radikalislamischen Taliban und auch für die Ausbildung zuständig. Der Verurteilte leugnete alle Vorwürfe. 2017 wurde er bereits zu sechs Jahren Haft wegen Mordversuchs verurteilt, daher blieb es bei einer Zusatzstrafe. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Die Anklage lautete auf Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation bzw. terroristischen Vereinigung und Tätigkeit als Ausbildner für terroristische Zwecke. Dass der Afghane bei den Taliban war, konnte er nicht leugnen, da ein Foto von ihm mit Waffe für Propagandazwecke im Internet verwendet wurde. Der Angeklagte wurde vom Schöffensenat in allen Punkten für schuldig befunden.

Er erklärte, vom Schulhof in Afghanistan entführt und in ein Ausbildungslager in Pakistan gebracht worden zu sein, dort habe man ihm eine Gehirnwäsche verpasst. Er sei ausgewählt worden, mit einem Sprengstoffgürtel einen US-Flughafen in Afghanistan in die Luft zu jagen, doch sei er unmittelbar vor der geplanten Tat nach Österreich geflohen.

Mitschüler in den Kopf gestochen
Diese Schilderungen glaubte der Schöffensenat offenbar nicht, denn der Angeklagte erhielt eine Zusatzstrafe von 15 Monaten. Er wurde bereits im Vorjahr in Leoben wegen versuchten Mordes zu sechs Jahren Haft verurteilt, da er einen Mitschüler mit einem Messer in den Kopf gestochen hatte. Er kündigte sofort Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an, das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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