Die Mattersburger erwischten einen Traumstart und gingen gleich mit der ersten Möglichkeit in Führung: Nach Atan-Pass und Stellungsfehler von Fukal traf Naumoski aus 18 Metern zum 1:0. Der Mazedonier beendete damit nach 314 Minuten die Torflaute der Lederer-Truppe. Und nur drei Minuten später hieß es schon 2:0: Nachdem Mörz ein Kopfball-Duell mit Fukal gewonnen hatte, spielte Wagner blitzschnell und exakt in den Lauf von Spuller, der erfolgreich abschloss.
Von diesem frühen Schock erholten sich die Kapfenberger aber extrem schnell und kamen zu Chancen in Hülle und Fülle: So hatte Mattersburg-Goalie Borenitsch nach einem schnell abgespielten Freistoß von Heinz auf Siegl so seine Probleme (18.). Kurz danach gab es nach einem Foul von Hamouz an Schmid im Strafraum Elferalarm, doch die Pfeife von FIFA-Referee Plautz blieb stumm (19.). Und in Minute 24 rettete nach Heinz-Maßflanke und Schmid-Kopfball die Stange für den geschlagenen Schlussmann, der wenige Sekunden später einen Weitschuss von Schellander parierte. Ein Schönberger-Kopfball verfehlte sein Ziel knapp (34.), bei einem Heinz-Freistoß war dann wieder Borenitsch auf dem Posten (37.).
Tore der Kapfenberger fielen zu spät
Nach dem Wechsel fanden die weiter dominierenden Steirer ebenfalls reihenweise Möglichkeiten auf den Anschluss vor, doch das Mattersburg-Gehäuse schien an diesem Abend für die Gregoritsch-Elf vernagelt zu sein: Alar scheiterte aus kürzester Distanz an Borenitsch (55.), der sich nach einem Schmid-Schuss erneut auszeichnete (57.). Auch Heinz war mit tollen Distanzschüssen kein Torerfolg vergönnt (60./knapp vorbei, 67./nach Corner klärte Mörz vor der Linie). So dauerte es bis zur 84. Minute, bis Scharrer nach Alar-Flanke, die von Rath unglücklich abgefälscht wurde, zum 1:2 traf. Borenitsch verhinderte nur 60 Sekunden später gemeinsam mit Malic nach Querpass von Sencar auf Alar den Ausgleich.
Kapfenberg macht dann zu sehr auf und fing sich noch zwei Kontertore ein. Der eingewechselte Waltner bediente zunächst Naumoski (88./achtes Saisontor) und in der Nachspielzeit Spuller (92./Kopf) ideal. Mattersburg reichten also unterm Strich starke erste 15 Minuten und zwei Kontertore im Finish zum sechsten Saisonsieg.
Meinungen zum Spiel
Franz Lederer (Mattersburg-Trainer): "Wir haben sicher nicht bewusst versucht, das Ergebnis 75 Minuten zu halten. Das wollte niemand - weder ich noch die Mannschaft. Nach dem schnellen 2:0 haben wir leider unsere Marschroute verlassen. In der ganzen zweiten Hälfte hat uns die Entlastung nach vorne gefehlt, ehe wir doch noch im Konter den Sack zugemacht haben. Diesen Sieg haben wir der Cleverness von Robert Waltner und Ilco Naumoski zu verdanken."
Ilco Naumoski (zweifacher Mattersburg-Torschütze): "Die ersten 20 Minuten haben wir perfekt gespielt, aber was wir dann abgeliefert haben, das ist nicht zu entschuldigen. Danach haben wir aufgehört, Fußball zu spielen. Wir haben förmlich um den Anschluss gebettelt. Deshalb bin ich sehr froh, dass wir am Ende noch 4:1 gewonnen haben. Mein erstes Tor war sehr schön, das wird das Tor des Monats."
Werner Gregoritsch (Kapfenberg-Trainer): "Wenn man das Spiel gesehen hat und unsere Dominanz, die wir heute gezeigt haben, dann ist das sehr, sehr traurig und bitter, dass wir hier als 1:4-Verlierer vom Platz gehen. Wir haben wunderschönen Fußball gespielt, vor allem in der zweiten Halbzeit. Wir hätten aber den Anschluss viel früher machen müssen, Mattersburg war teilweise regelrecht eingeschnürt, doch unsere Chancenauswertung hat nicht gepasst. Wenn wir nur 50 Prozent genutzt hätten, dann wäre das Spiel ganz anders ausgegangen. Im Finish haben wir Hollywood gespielt und sind in zwei Konter reingelaufen, deshalb schaut das Ergebnis so schlecht aus."
Manuel Schmid (Kapfenberg-Mittelfeldspieler): "Wir können nicht die bessere Mannschaft gewesen sein, wenn wir 1:4 verlieren. Wir haben früh zwei blöde Tore bekommen und dann erst ins Spiel gefunden. Der Anschlusstreffer ist uns zu spät gelungen. Dann haben wir aufgemacht und noch zwei Tore bekommen."








Kommentare
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.