Mi, 15. August 2018

Prozess in Innsbruck

12.04.2018 23:56

Höllenqualen für mehr als 150 Schafe und Ziegen

Ein sehr emotionaler Prozess rund um 150 zum Teil abgemagerte, verwahrloste und bereits verendete Schafe und Ziegen fand am Donnerstag am Innsbrucker Landesgericht statt. Ein Wipptaler (61), der den Tieren unnötige Qualen zugefügt haben soll, beschimpfte bereits vor der Verhandlung Zeugen als „Betrüger“. Zwei Polizisten wurden sicherheitshalber hinzugezogen. Der Mann wurde verurteilt.

Eine anonyme Anzeige vor gut einem Jahr brachte den Fall ins Rollen. Auf einer Hof- und einer angrenzenden Ziegenweide im Wipptal bot sich dem alarmierten Amtstierarzt dann offenbar ein Bild des Schreckens. Völlig abgemagerte Ziegen sowie Schafe mit viel zu langen Klauen waren auf der Weide oder im Stall zu finden - und mehrere verendete Tiere lagen im Gelände.

Hausmittel statt Tierarzt
„Die Ziegen hatten zwar dank eines Baches Wasser, aber kein Futter. Und sie waren aufgrund eines chronischen Durchfalls extrem abgemagert“, sagte der Amtstierarzt gestern als Zeuge. Anstatt aber einen Tierarzt zu rufen, setzte der Angeklagte auf sein altbewährtes Hausmittel mit Johannisöl.

Die Schafe hingegen wurden laut dem Veterinär zwar gefüttert, hatten aber trotz sommerlicher Temperaturen keinen Zugang zum Wasser. Außerdem wiesen einige Tiere bereits Lähmungserscheinungen auf, die auf die langen Stallklauen zurückzuführen waren.

Zeugen wüst beschimpft
Der Tierhalter, der die Schafen und Ziegen einige Monate zuvor von seinem Sohn übernommen hatte, war sich aber keiner Schuld bewusst. Im Gegenteil: Er sah sich als Opfer einer Intrige des Amtstierarztes, den er auch während der Verhandlung immer wieder wüst beschimpfte und beleidigte. „Von den Schafen waren die meisten in einem top Zustand. Leider passierte dann ein Missgeschick. Einige der Tiere erwischten zu viel Kraftfutter, überfraßen sich und starben - darunter fünf Vorzeigeschafe. Das hat mich mental mitgenommen“, meinte der Wipptaler. „Möglich, dass ich dann die anderen Tiere etwas vernachlässigt habe“, gestand der Mann dann doch noch.

Dass er dann wegen Tierquälerei aber zu 1440 Euro Geldstrafe verurteilt wurde, wollte der Wipptaler nicht wahrhaben. „Ich bekämpfe das Urteil!“

Samuel Thurner
Samuel Thurner

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Tirol
Aktuelle Schlagzeilen
Schwerarbeit im Video
Weltrekord auf dem Salzsee mit 50 Jahre altem Auto
Video Show Auto
Danijel Subasic
Nächster EM-Held tritt aus Kroatiens Team zurück
Fußball International
Adeyemi darf nicht ran
Red Bull Salzburg: Berufsverbot für Supertalent!
Fußball International
Madrider Europa-Derby
Supercup: „Leben geht auch ohne Ronaldo weiter“
Fußball International
Auftritte abgesagt
Jürgen Drews wegen Magen-Darm-Infekt im Spital
Stars & Society

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.