817 Mrd. Euro schwer

Norwegens Ölfonds setzt auf Solar- und Windkraft

Wirtschaft
08.04.2018 14:43
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der eine Billion Dollar (817,39 Milliarden Euro) schwere Staatsfonds von Norwegen soll künftig leichter in erneuerbare Energien investieren dürfen - etwa nicht-börsennotierte Wind- und Solarparks. Dafür sprachen sich am Samstag die regierenden Konservativen aus. Die Projekte müssten aber ähnlich lukrativ wie andere Investments sein.

Die Konservativen sind die führende Partei in der Minderheitsregierung. Mit der Änderung solle sich der Fonds breiter aufstellen können. Er verwaltet die Einnahmen des skandinavischen Landes aus dem Öl- und Gasgeschäft und ist der weltgrößte Staatsfonds. Die Gelder werden bisher vor allem in Aktien, Anleihen und Immobilien gesteckt.

Aufgebaut haben die Norweger ihren mächtigen Staatsfonds, um für die Zeit gerüstet zu sein, wenn die Ölquellen vor der Küste versiegen. In dem Fonds werden seit über 20 Jahren die gesamten staatlichen Einnahmen aus dem Ölgeschäft angelegt. Gelenkt wird der Fonds von einem 250 Mann starken Expertenteam, das am Sitz der norwegischen Zentralbank in Oslo residiert.

Milliardenanteile an Nestlé, Apple, Google
 Heute verwaltet der Staatsfonds nebst Staatsanleihen, Immobilien und Grundstücken ein buntes Paket verschiedenster Firmenbeteiligungen. Die größten Investitionen hat man in den Schweizer Lebensmittelgiganten Nestlé, den Ölkonzern Shell, Apple, Google und Microsoft gesteckt. 

In welche Geschäfte der von den Norwegern umgangssprachlich „Ölfonds“ genannte Staatsfonds investieren darf, wird von der Politik bestimmt. Sie hat beispielsweise vor einigen Jahren einen Rückzug aus Geschäften mit Massenvernichtungswaffen beschlossen, weswegen der Staatsfonds Anteile an den Rüstungskonzernen Airbus und Boeing abstoßen musste. Für verstärkte Investitionen in Wind- und Solaranlagen hat sie den Weg soeben freigemacht.

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