Es folgte politisches Kabarett: Grosz äußerte den Verdacht, der Kollege habe zu tief ins Glas'l geschaut, Faul wiederum begab sich ins nächste Wachzimmer zum Alkotest (Foto). Ergebnis: 0,0 Promille.
Doch der zornige BZÖler war in Rage, wuchtete sich verbal ebenfalls schnurstracks in die Fauna: Nomen est omen, Faul sei ein "Faultier". Ein Hinterbänkler. In den 42 Nationalratssitzungen der laufenden Periode habe der Oststeirer zum Beispiel keinerlei Anträge oder Anfragen eingebracht, lediglich 16 Reden gehalten. Nicht viel. Dafür kassiere er aber nicht nur kräftig im Nationalrat – immerhin 8.300 Euro pro Monat –, sondern auch noch 75 Prozent seiner Direktorengage an der Realschule Weiz. Obwohl er dort kaum anwesend ist, weil eben karenziert.
Jetzt kommt auf den roten Mandatar – weil er eben kräftig kassiert – Ungemach zu. Und zwar innerparteiliches, und das ist meist noch um vieles unangenehmer. Denn als Mandatar muss man auch die so genannten Parteisteuern abführen. Bei der steirischen SPÖ ist das so geregelt, dass 14 Prozent vom Bruttogehalt, im Fall Faul also von 8.300 Euro (das wären 1.162 Euro), jedes Monat fällig sind.
Über 10.000 Euro ausständig
Im roten Einnahmen-Hauptbuch fehlt in der Spalte Faul aber einiges, wissen Eingeweihte zu berichten. Weit über 10.000 Euro sei der Herr Nationalratsabgeordnete bis dato schuldig geblieben. Sehr peinlich für einen Großverdiener. Ohne Partei wär' der Faul nix", empört sich denn auch ein Funktionär über die schlechte Zahlungsmoral. Und liefert taxfrei ein Schmankerl nach. Beim Parteitag habe man den "Bock zum Gärtner" gemacht. Warum? Weil Christian Faul dort in die Landeskontrolle gewählt worden ist. Kann er sich also höchstpersönlich über sich beschweren...
"Steiermark Inoffziell" von Gerhard Felbinger, "Steirerkrone"










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