Für Rektor Georg Winckler zeigt dies, dass sich "die Leistungen von Frauen in der Wissenschaft in der universitären Ehrungspolitik nicht gleichberechtigt widerspiegelten".
Als Reaktion darauf haben Uni Wien und Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) einen Kunstwettbewerb durchgeführt, um die Leistung der Frauen in der Wissenschaft gleichberechtigt zu würdigen. Andrascheks am Montagabend präsentiertes Siegerprojekt zeigt eine schräg über einen Teil des Hofs gelegte riesenhafte Schattensilhouette einer weiblichen Figur, die protestierend ihre geballte Faust hochreckt. Für den aus Granit gefertigten, in den bestehenden Steinbelag eingeschnittenen Schatten standen der Künstlerin mehrere Frauen Modell, die an der Uni Wien lehren.
Erste Frau erst 1897 zum Studium zugelassen
Symptomatisch für die Unterschiede in der Ehrungspolitik ist die derzeit einzige Gedenktafel für eine Frau. Ebner-Eschenbach (1830-1916) konnte gar nicht für wissenschaftliche Verdienste im Rahmen einer universitären Karriere geehrt werden: Als Frau durfte sie zu ihrer Zeit nicht studieren, die erste Frau wurde erst 1897 zum Studium zugelassen. Die Autorin wurde erst später mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet.
Die Uni Wien will auch im kommenden Jahr das Thema Gleichstellung von Frauen und Männern thematisieren: 2010 ist ein Symposion geplant, das die Auseinandersetzung mit dem Themenkreis "Geschlecht/Wissenschaft/Erinnerung/Repräsentation" vertiefen soll. Neben der Sensibilisierung plant die Uni auch konkret eine Erhöhung des Frauenanteils in allen Karrierestufen, insbesondere in den Naturwissenschaften.










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