Fr, 14. Dezember 2018

Landestheater:

14.03.2018 06:26

Viel Lärm um Nichts im Mafia-Milieu

Andreas Gergen inszeniert seinen ersten Shakespeare: „Ich liebe es, mich ständig neuen Herausforderungen zu stellen!“

„Ich bin ein Abenteurer, der Herausforderungen liebt, und nachdem mich Philip von Maldeghem damit betraut, kehre ich ans Landestheater immer wieder gerne zurück“, so Andreas Gergen, der diesmal Shakespeares „Viel Lärm um Nichts“ am Haus an der Schwarzstraße zur Aufführung bringt. Dass es sich dabei um seinen ersten Shakespeare handelt, ist bei über 80 Opern, Operetten und Musicals, die der deutsche Regisseur und ehemalige LT-Operndirektor bisher inszenierte, kaum zu glauben. „Ich habe zweimal in Shakespeare-Stücken gespielt, auf die Bühne gebracht habe ich ihn aber definitiv noch nie!“

Wie auch immer, der 420 Jahre alte Klassiker kommt in typischer Gergen-Manier, als Musiktheater, gepimpt mit Italo-Popsongs wie „Ti amo“, „Felicita“ oder „Senza una donna“ daher. „Musikalische Einlagen begleiten bzw. kommentieren auch den Originaltext, um in der durchaus verstrickten Handlung auch Ruhepole zu schaffen“, so Gergen.

Dass er italienische Hits verwendet, liegt daran, dass sich die Komödie rund um die zwei Liebespaare Claudio (Hanno Waldner) und Hero (Nikola Rudle) sowie Benedikt (Sascha Oskar Weis) und Beatrice (Sophie Berner) inmitten des Mafia-Millieus in Sizilien abspielt. „Ich habe die mittelalterlichen Strukturen in die heutige Mafia-Szenerie verlegt, weil schließlich dreht sich dort wie da alles um Familie, Ehre und der Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Ständen.“

Während Claudio nicht ganz uneigennützig Hero, die Tochter des mächtigen Gouverneurs Leonato (Axel Meinhardt) über Umwege und Missverständnisse zum Altar führt, trifft Benedikt auf Beatrice, die er vor Jahren in typischer Macho-Manier nach einem amourösen Abenteuer abservierte. Klar, dass sich die beiden hitzige Wortgefechte liefern, bis die Fetzen fliegen, und Benedikt sogar unfreiwillig in den Brunnen am Dorfplatz köpfelt. „Bei der Probe war er mit 40 Grad leicht übertemperiert, so dass ich danach fast einen Kreislaufzusammenbruch hatte. Aber ich bin mir sicher, bis Samstag zur Premiere kriegen wir auch das hin“, lacht Weis.

Als Liebesbote erweist sich ausgerechnet der Pate Don Pedro (Marco Dott), der die beiden Streithähne mit einer List letztendlich doch noch zusammenbringt.

Nach Shakespeare widmet sich Gergen übrigens der „Silent Night“, die am 24. November anlässlich des 200-jährigen Jubiläums in der Felsenreitschule zur Aufführung kommt, und zu der Siedah Garrett, die schon mit Michael Jackson arbeitete, die Songs beisteuert. „Es wird allerdings kein Stück über die Entstehungsgeschichte des weltberühmten Lieds. Vielmehr wird dieses eher eine untergeordnete Rolle spielen, und die Friedensbotschaft in einer ,bunten’ Welt der unterschiedlichen Nationen, Hautfarben und sexuellen Gesinnungen im Mittelpunkt stehen“, so Gergen, der bis dahin noch „Die drei Musketiere“ beim Musicalsommer Winzendorf, „Cinderella“ in München, sowie „Die Entführung aus dem Serail“ im Zeltpalast Herzig auf die Bühne bringt. Für Letzteres lässt er im übrigen das Libretto komplett neu verfassen – der Mann liebt eben Herausforderungen!

Tina Laske
Tina Laske

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