So haben sich laut Scheiber Genehmigungen in Schutzgebieten seit 2000 verdoppelt – das letzte traurige Beispiel sei die Wasser-Ableitungsgenehmigung vom Lech für das Kraftwerk Spullersee gewesen. "Da nützt es wenig, wenn zwar 25 Prozent der Tiroler Landesfläche unter Schutz stehen, dieser aber bei jeder kleinsten Gelegenheit ausgehebelt wird. Manchmal wünsche ich mir Anna Hosp (Bild, rechts) zurück, obwohl mit ihr auch nicht immer leicht Kirschen essen war", so Scheiber in Anspielung auf Gschwentners Vorgängerin beim Naturschutz. Im Gegensatz zu Hosp agiere Gschwentner mehr wie ein "Möchtegern-Wirtschafts-Landesrat"
Positiv sieht Scheiber, dass Gschwentner bereit wäre, dem Landesumweltanwalt ein Beschwerderecht einzuräumen. "Wir werden im November einen Antrag im Landtag einbringen, dann werden wir ja sehen, wie ernst es Gschwentner und den Roten ist."
Gschwentner kann über Scheibers Aussagen nur den Kopf schütteln: "Klimaschutz scheint der grünen Abgeordneten offenbar nichts wert zu sein, sonst wäre sie nicht gegen das ÖBB-Kraftwerk Spullersee. Die europäische Klimastrategie schreibt nämlich vor, dass der Bahnstrom einen möglichst hohen Anteil an regenerativer Energie hat – und das ist bei uns in erster Linie die Wasserkraft. Durch das Spullersee-Kraftwerk wird Energie für 6.000 Züge auf der Strecke Wien–Innsbruck erzeugt."
Steixner: Abwärme-Kataster
Auf Antrag von LHStv. Anton Steixner wurde am Dienstag in der Regierungssitzung beschlossen, einen Tiroler Abwärme-Kataster in Auftrag zu geben. "Wir wollen Wärme, die bei den unterschiedlichen thermischen Umwandlungsprozessen der Industrie und des Gewerbes entsteht, zum Heizen nutzen. Das ist zum Beispiel bei Sandoz in Kundl oder beim Egger-Werk in St. Johann der Fall. Der Kataster soll Aufschluss geben, wo Abwärme genutzt werden kann", zeigt Steixner auf. Konkrete Pläne gibt es auch schon in Rum mit den Tiroler Röhrenwerken sowie in Brixlegg (Montanwerke).
von Markus Gassler, Tiroler Krone









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