Di, 14. August 2018

Ayurveda-Arzt sagt:

03.03.2018 06:04

„Normalweise müsste sie auf der Intensiv liegen“

Der Fall einer 50-jährigen aus St. Georgen im Attergau, die nach einer Ayurveda-Kur mit kiloweise Quecksilbermixtur nachhause kam, sorgt für Schlagzeilen. Der gebürtige Inder Dr. Ashish Bhalla führt in Sattledt eine Ayurveda-Praxis und meint: „Mich wundert, dass diese Frau nicht auf der Intensivstation liegt.“

“Krone“: Sie sind gebürtiger Inder, Allgemeinmediziner und führen eine Ayurveda-Praxis. Was sagen Sie zu diesem Vorfall im Attergau?

Ashish Bhalla: Grundsätzlich muss ich sagen, dass ich meine Präparate in der Apotheke rezeptieren lasse. Auch die Verkapselung findet in Österreich statt, das ist mir sehr wichtig. Aber auch in Indien gibt es strenge Vorschriften, speziell seit es im Jahr 2006 in Großbritannien Fälle von Leberversagen durch Ayurvedamedizin gegeben hat, darum wundert mich das Ganze sehr.

“Krone“: Aber Quecksilber wird doch schon seit Jahrhunderten in der Ayurveda-Lehre angewandt? 

Bhalla: Schon, aber total chemisch verändert, mit einem extrem aufwändigen Verbrennungsverfahren, bei dem es tausendmal auf- und abgekocht wird. Aber diese Prozedur kostet auch in Indien viel Geld.

“Krone“: Sie glauben, dass die Betroffene einem Pfuscher in die Hände gefallen ist.

Bhalla: Anders kann ich mir das nicht erklären, schwarze Schafe gibt es überall. Angesichts der angegebenen Quecksilbermengen im Pulver kann ich mir nur vorstellen, dass sie den Großteil des Pulvers ins Klo gespült hat, sonst müsste sie auf der Intensivstation liegen.

“Krone“: Was raten Sie, wenn jemand in Indien eine Ayurveda-Kur machen will?

Bhalla: Es gibt Reisebüros, die sich auf solche Trips spezialisiert haben. Wovon ich abrate, ist, sich auf eigene Faust Kuren zu suchen.

Interview: Christoph Gantner, Kronen Zeitung

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.