Sanktionen drohen

Guinea: Junta-Chef lässt Kommission Blutbad prüfen

Ausland
08.10.2009 12:00
Oberst Moussa Camara, der Chef der Militärjunta im westafrikanischen Guinea, hat eine Kommission zur Untersuchung der blutigen Niederschlagung einer Kundgebung der Opposition in der vergangenen Woche angekündigt. Im staatlichen Fernsehen sagte er am späten Mittwochabend, der Kommission würden auch Vertreter der Parteien, Gewerkschaften und Kirchen sowie Ärzte, Richter und Rechtsanwälte angehören.

Beim brutalen Einsatz der Sicherheitskräfte waren nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen mindestens 157 Menschen getötet worden. Das Innenministerium in Conakry bezifferte die Zahl der Toten dagegen mit 57, von denen die meisten in einer Massenpanik niedergetrampelt worden seien.

Sanktionen gegen Camara-Regime drohen
Das Massaker war weltweit scharf verurteilt worden. Die Afrikanische Union (AU) etwa hatte Camara ein in der kommenden Woche auslaufendes Ultimatum gesetzt, auf eine Kandidatur bei den Präsidentschaftswahlen im kommenden Jänner zu verzichten. Andernfalls will man Sanktionen gegen Guinea verhängen.

Während Camara zuletzt in Interviews vor einem neuen Putsch gewarnt und sich als "Geisel des Militärs" bezeichnet hatte, verdächtigte der französische Außenminister Bernard Kouchner Camara am Mittwoch, den Schießbefehl gegen die Demonstranten selbst erteilt zu haben. Die einstige Kolonialmacht Frankreich stellte die Militärhilfe für Guinea nach dem Blutbad von Conakry vorerst ein.

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