Mo, 24. September 2018

Gärtner angeklagt

13.02.2018 07:25

Lehrling fühlte sich bedrängt, aber Freispruch

„Ich ging jeden Tag mit Angst in die Arbeit, es war die Hölle“, schilderte am Montag am Landesgericht eine Frau, wie sie vor mehr als zehn Jahren als Gärtner-Lehrling vom Abteilungschef ständig sexuell bedrängt worden sei. Es mangelte aber an einheitlichen Angaben bei Polizei, Staatsanwältin und Prozess – Freispruch.

Die Befragung des Opfers fand in einem Nebenraum statt und wurde in den Gerichtssaal übertragen. Denn Auge in Auge wollte die Frau dem 54-Jährigen nicht gegenüberstehen.

„Wie oft gab es denn diese Übergriffe?“, wollte die Richterin wissen. „Er hat mich immer wieder angegriffen, bei den Brüsten und am Hintern, eine Zahl kann ich nicht nennen. Die Berührungen sollten oft wie Zufall aussehen, es war aber keiner“, betonte sie. Angeklagt war ein Vorfall, bei dem der Gärtner ihr eine Baumschere von hinten zwischen die Beine reichte – und beim Zurückziehen der Hand unangemessen über den Schambereich strich.

Schilderungen nur "stückweise"
Von anderen Episoden (Begrapschen als Beifahrerin, Auftauchen des Angeklagten in der Damen-Umkleide) erzählte die Frau erst beim Prozess und nicht vorher im Verfahren. Einst hatte sie generell nicht darüber reden wollen. Arbeitskollegen bestätigten ordinäre Sprüche das 54-Jährigen, sahen aber keine Übergriffe.

Die Richterin sah im Vorfall mit der Baumschere keine strafrechtlich relevante „intensive Berührung“, hinzu kam die Inkonsequenz der Frau bei ihren Aussagen. Daher kam es zu einem Freispruch.

Andreas Moser
Andreas Moser

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