Sa, 18. August 2018

krone.at fragt nach

08.02.2018 15:59

Zahlen wir zu viel für den ORF?

Aktuell geht die FPÖ einmal mehr auf Konfrontationskurs mit dem ORF und bringt die Abschaffung bzw. Reduzierung der Gebühren wieder auf die Tagesagenda. Vizekanzler Heinz-Christian Strache bezeichnete dies gar als "eines der großen FPÖ-Ziele in der Regierung". Auslöser der Debatte war die Nicht-Erwähnung von Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) in einem "ZiB 1"-Bericht. Die Kanzlerpartei ÖVP hält sich zurück, die krone.at-User sind allerdings durchaus für eine Reform bis hin zur Abschaffung der Gebühren offen.

Abschaffen oder nicht - das ist hier die Frage. Rundfunkgebühren sollten ursprünglich einen unabhängigen Journalismus und freie Medien sichern sowie politische Einflussnahme auf ein Minimum reduzieren. Doch gerade das sehen viele nicht mehr als gegeben an und damit schwindet auch das Verständnis. "Die ORF-Gebühr ist längst überholt", schreibt krone.at-User sqladm. "Warum soll ich einen Parteifunk fördern? Privatsender spielen genauso gute Filme", meint auch Diamant.

Das Thema bewegt naturgemäß auch in den sozialen Medien. Selbst "ZiB"-Moderator Armin Wolf mischte sich auf Twitter in die Diskussion ein und verteidigte erwartungsgemäß den ORF:

Schweizer stimmen über Abschaffung ab
Die Debatte um die Rundfunkgebühren trifft aber nicht nur Österreich: Am 4. März stimmen etwa die Schweizer über die Abschaffung der Gebühren ab. Das Ergebnis könnte denkbar knapp ausgehen - auch wenn eine jüngst vom Tamedia-Medienhaus veröffentlichte Studie besagt, dass die Mehrheit für den Erhalt der Gebühren und damit auch für den Erhalt der öffentlich-rechtlichen Rundfunksender ist.

Die Schweizer zahlen mit 418 Euro pro Kopf jedes Jahr die höchsten Rundfunkgebühren, Österreich liegt mit 303 Euro auf Platz vier im europaweiten Vergleich. Davon landen allerdings nur knapp 200 Euro beim ORF, der Rest fließt in Kulturförderungen, bzw. als Länderabgabe an den Bund. Besonders bei der Länderabgabe sieht die FPÖ Einsparungspotenzial, wie Mediensprecher Hans-Jörg Jenewein im Ö1-Magazin "#doublecheck" erklärte. Er versicherte außerdem, dass er nicht vorhabe, "dass man mit dem Eisenbesen durch die Redaktionen (des ORF, Anm.) kehrt". Eine Privatisierung, wie sie etwa krone.at-User Meinpost fordert, steht aktuell nicht im Raum.

Auch Deutschland diskutiert Rundfunkfinanzierung
In Deutschland betragen die Gebühren pro Kopf 210 Euro pro Jahr, und auch dort debattiert man eine Reform der Finanzierung öffentlich-rechtlicher Sender. Zumal die Erträge von ARD und ZDF aktuell so hoch sind wie nie, berichtet die "Welt". Allerdings werde das Geld auch mit beiden Händen ausgegeben, besonders die gewaltigen Pensionsrückstellungen und verhältnismäßig hohen Gehälter drücken auf die Bilanz. Dass auch öffentlich-rechtliche Sender sparen können, machte unlängst die britische BBC vor: Durch die Fusion von BBC Worldwide und BBC Studios im Jahr 2017 konnten zahlreiche hochwertige Produktionen effizienter gestaltet werden. Außerdem erwartet die BBC Einsparungen in Millionenhöhe.

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