Mo, 23. Juli 2018

Rumänen-Trio angezeigt

31.01.2018 15:45

Opferstockbande gefasst

Erst im Herbst hatte eine Serie von Einbrüchen in Pfarrämter für großen Wirbel gesorgt. Schließlich konnten in Oberösterreich drei Rumänen festgenommen werden. Zeitgleich wurden immer wieder Heiligenfiguren aus Kirchen gestohlen und Opferstöcke aufgebrochen. Nun gingen erneut drei Rumänen ins Netz.

Müssen unsere Kirchen bald mit Überwachungskameras ausgestattet werden? Es scheint so, denn seit vergangenen Sommer jagt eine Einbruchs- und Diebstahlsanzeige von Kirchen die nächste. So sind etwa drei 26, 27 und 28 Jahre alte Rumänen Ende November nach einem Coup im oberösterreichischen Groß Gerungs gefasst worden. Sie sind für 80 Einbrüche in Pfarrämter – unter anderem in Grödig, Neumarkt, Niederalm, Anif, Elixhausen, Hallein-Rif und Henndorf – verantwortlich. Die Männer waren in Salzburg, Ober- und Niederösterreich auf Beutezug. Schaden: 150.000 Euro.

Seit vergangenen Herbst kam es auch vermehrt zu Opferstockeinbrüchen. In Salzburg waren davon unter anderem die Kirchen in St. Johann, Altenmarkt und Mittersill betroffen. Bereits vergangene Woche konnte die Polizei in Eggersdorf bei Graz einen Slowaken (57) festnehmen. Er gab sieben Diebstähle aus Kirchen, darunter die drei aus Salzburg, zu. Die restlichen Coups verübte er in der Steiermark.Polizei gab Ermittlungen noch nicht aufDa es noch mehr Einbrüche gab, ermittelte die Polizei weiter. Und so fielen zwei Eugendorfer Polizisten am Dienstagvormittag drei Männer auf, die sich bei der örtlichen Kirche herumtrieben. Die Männer wollten offenbar rasch weitergehen und keinesfalls von den Polizisten kontrolliert werden. Die Beamten schöpften aber Verdacht und überprüften die drei. Es handelt sich um zwei 20-jährige und einen 34-jährigen Rumänen. Nach wenigen Minuten stellte sich heraus, dass der Opferstock in der Kirche aufgezwängt worden war. Das darin befindliche Münzgeld hatten die Rumänen dabei. Die Männer zeigten sich aber stur, sie gaben den Diebstahl nicht zu. Das Trio hat zudem alle Kerzen in der Kirche um- bzw. auf den Boden geworfen.Trio soll nur einmal zugeschlagen habenObwohl noch viele Einbrüche nicht geklärt sind, wurden die drei Rumänen vom Staatsanwalt auf freien Fuß gesetzt. Heißt: Sie können nach wie vor in jedes EU-Land einreisen. Sie könnten schon morgen in Deutschland Opferstöcke plündern. Und: Es wurde ausgeschlossen, dass die drei mit anderen Einbrüchen als in Eugendorf etwas zu tun haben. Wie das ausgeschlossen werden konnte, wollte die Polizei nicht sagen. Es gab keine Spurensicherung bzw. einen Abgleich.

Gleichzeitig mit der Pfarramts-Serie und Opferstock-Serie begannen die Kunstdiebstähle. Aus mehreren Kirchen in Salzburg, darunter die Michaelskirche, wurden Kreuze und sakrale Gegenstände wie Kelche, Kruzifixe, Rosenkränze und Ziborien gestohlen. Figuren, Gemälde und Kreuze als BeuteIn Annaberg wurde der Bartholomäusaltar aus dem 16. Jahrhundert gestohlen. In Abtenau kamen ein Gemälde sowie zwei Engel weg. In Oberndorf ist ein Vesperbild verschwunden. In Kaprun kamen Figuren weg. Zuletzt wurden in Goldegg drei Krippenfiguren und in St. Veit ein Kreuz und zwei Heiligenfiguren gestohlen.

Von der Bande, die für diese Diebstähle verantwortlich ist, fehlt jede Spur. Es gibt aber genug Liebhaber von Heiligenfiguren bzw. sakralen Gegenstände. Zum einen sind es Privatiers, die sich die Figuren im Wohnzimmer aufstellen. Zum anderen sind es Hehler, die die wertvolleren Stücke, die zum Teil Hunderte Jahre alt sind, weiter verkaufen.

Manuela Kappes

 krone.at
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