Di, 17. Juli 2018

Es fehlt an Ambulanzen

27.01.2018 07:02

Bis zu 12 Wochen Wartezeit für Schmerzpatienten

250.000 Oberösterreicher – also fast jeder sechste – leiden unter Schmerzen, „aber für sie fehlt es auf jeder Ebene der Versorgungspyramide an Ressourcen“, kritisiert der Linzer Primar Christian Lampl. Das führt dazu, dass Schmerzpatienten regional bis zu zwölf Wochen auf einen Behandlungstermin warten müssen!

„Die Zahl der Schmerzambulanzen in den Krankenhäusern ist seit Jahren rückläufig“, erklärt Primar Lampl, ärztlicher Leiter der Barmherzigen Schwestern in Linz und Vorstandsmitglied der österreichischen Schmerzgesellschaft. Aktuell gibt es in Österreich gerade noch 48 derartige Einrichtungen, von denen aber 85 Prozent weniger als 35 Stunden offenhalten. Zudem würden, laut Lampl, die aufwändigen schmerzmedizinischen Leistungen im niedergelassenen Bereich von den Sozialversicherungen immer noch kaum honoriert.

Verbesserungswürdig sei die Situation vor allem in Oberösterreich: Hier kommen auf 100.000 Einwohner gerade einmal 0,5 Schmerzambulanzen (Bundesschnitt 0,6), in der bestversorgten Steiermark hingegen sind es 1,1.

Zahl der Risikopatienten steigt ständig
Die Bedeutung der Schmerzbehandlung zeigt Lampl mit Zahlen: Von den 250.000 Schmerzpatienten in Oberösterreich leiden fast 67.000 derart, dass das zu schwersten körperlichen, seelischen und sozialen Beeinträchtigungen führt. Es wird nicht besser werden, denn die Alterserwartung steigt, und damit die Zahl der Risikopatienten: Sind derzeit erst 18 Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre alt, werden es im Jahr 2030 bereits mehr als 25 und bis zum Jahr 2060 über 28 Prozent sein! Laut Studien leiden in der Altersgruppe über 65 Jahre bereits dreiviertel unter Schmerzen.

Kongress in Linz zum Thema Schmerzen und Alter
Ein Kongress von 24. bis 26. Mai in Linz befasst sich passend mit dem Thema „Schmerzmedizin trifft Altersmedizin“.

Johann Haginger/Kronen Zeitung

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