So, 19. August 2018

Satire mit Waltz

17.01.2018 14:03

„Downsizing“: Auf die Größe kommt es an

In Alexander Paynes neuem Film lassen sich Menschen schrumpfen, um ein besseres Leben zu führen. "Downsizing" (Kinostart: 18. Jänner) beginnt als satirisches Kleinod und endet als erschöpfendes Moralstück, das zu Sozialbewusstsein auffordert. Nach der Weltpremiere in Venedig kommt das Werk mit Christoph Waltz in einer Hauptrolle nun in die heimischen Kinos.

Zehn Jahre nach der Erfindung einer norwegischen Wundertechnologie, die das Überbevölkerungsproblem unserer Erde lösen soll, beginnen die Menschen, sich auf knapp dreizehn Zentimeter zu verkleinern - allerdings nicht, weil sie den Planeten retten und ihren ökologischen Fußabdruck verkleinern wollen, sondern weil es ihnen ein Leben in Saus und Braus verspricht.

Jeder Lohnarbeitssklave in Amerika kann sich eine Villa in der Größe eines Barbie-Hauses leisten. Denn wer sich schrumpfen lässt, braucht weniger Ressourcen, und somit kosten all die täglichen Notwendigkeiten und Luxusgüter einen Spottpreis. Ein Diamantcollier samt Brillantenarmbändern ist für schlappe 83 Dollar zu haben.

Überzeugt von den Versprechen ihrer Freunde, ein feudaleres Leben zu führen, beschließen auch Paul (Matt Damon) und Audrey (Kristen Wiig), klein zu werden. Aber die Dinge gehen schnell schief und der Film geht weg von den Dingen, die ihn eingangs witzig, intelligent und liebenswert gemacht haben, hin zu einem biederen Moralepos darüber, was es bedeutet ein anständiger Mensch in einer gleichgültigen, selbstzerstörerischen Welt zu sein.

Christoph Waltz spielt einen serbischen Partyhengst, der gemeinsam mit Udo Kier sein Geld damit verdient, illegal aus einer großen Zigarre Tausende kleine zu drehen oder teures Parfüm in Minifläschchen zu verkaufen. "Ja, vielleicht bin ich ein kleines Arschloch, aber die Welt braucht Arschlöcher", erklärt er schelmisch. "Wo würde die Scheiße sonst rauskommen?"

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