22.08.2009 18:00 |

Zoo evakuiert

Brillenbär aus Gehege in Schönbrunn entkommen

Diesen Ausflug in den Tiergarten Schönbrunn in Wien wird Familie Gabriel aus Hamburg wohl nicht so bald vergessen. Als Vater Oliver und Tochter Angelina seelenruhig bei einem unterirdischen Gehege vorbeispazierten, kam ihnen plötzlich ein 100-Kilo-Brillenbär entgegen. Ein Wärter hatte vergessen, das Gehege abzuschließen!

"Ich komme immer wieder gerne nach Wien, weil meine Großmutter hier lebt", schildert Einzelhandelskaufmann Oliver Gabriel. "Am Freitagnachmittag ging ich mit meiner Tochter dann noch auf einen kurzen Besuch in den Tiergarten Schönbrunn."

Gegen 18 Uhr erlebten die beiden dann den Schock ihres Lebens. Als sie gerade an einem unterirdischen Gehege vorbeispazierten, kam den Touristen ein ausgewachsener und rund 100 Kilogramm schwerer Brillenbär entgegen. "Wir trauten zunächst unseren Augen nicht. Ich griff aber geistesgegenwärtig noch zur Kamera und machte ein Beweisfoto", so der Deutsche weiter.

Als das aufrecht gehende und knapp zwei Meter große Raubtier dann aber immer näher auf den Familienvater und Angelina zukam, ergriffen sie schließlich die Flucht. Auch Dutzende andere Besucher bekamen es mit der Angst zu tun und machten sich so schnell wie möglich aus dem Staub.

Mit Betäubungsgewehr außer Gefecht gesetzt
Binnen Sekunden wurde von den Pflegern der diensthabende Veterinär verständigt. Dieser rückte sofort mit einem Betäubungsgewehr aus und setzte den siebzehnjährigen "Huan" mit einem gezielten Schuss vorübergehend außer Gefecht. Inzwischen wurde der Teil des Zoos von den Wärtern evakuiert, die Zone um das Gehege mit weißen Sperrbändern abgeriegelt.

Zoo-Sprecher Dr. Harald Schwammer versicherte: "Es bestand für unsere Kunden zu keinem Zeitpunkt Gefahr. Brillenbären ernähren sich von Beeren und Obst. Und unser 'Huan' - er stammt ursprünglich von einem Zuchtprogramm im Tiergarten Stuttgart - ist ein besonders zahmer Zeitgenosse."

Menschliches Versagen als Ursache für Zwischenfall
Der Vorfall sei auf einen bedauerlichen Zwischenfall bzw. menschliches Versagen zurückzuführen. Ein Mitarbeiter habe vergessen, das Tor zu verriegeln. Deshalb konnte "Meister Petz" - er erfreut sich mittlerweile übrigens wieder bester Gesundheit - in aller Ruhe vom unterirdischen Gehege über die Stiegen ins Freie spazieren. Zudem ist derzeit Paarungszeit bei den Brillenbäre, deshalb war "Huan" offenbar besonders neugierig.

von Gregor Brandl und Erich Schönauer, Kronen Zeitung
Symbolbild

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