In einer Dokumentation des ARD plauderte Matschiner, zu dessen Schützlingen auch Radprofi Bernhard Kohl zählte, ausführlich über seine Doping-Aktivitäten. "Ich habe meine Athleten mit bestem Wissen und Gewissen versorgt, dass sie zur rechten Zeit das Richtige hatten und nicht positiv wurden", berichtete der Oberösterreicher, der neben Radfahrern und Triathleten auch Leichtathleten managte. "Ich hatte auch einen deutschen Leichtathleten, einen Topläufer, den ich nie getroffen habe, aber über einen Mittelsmann mit einer Designerdroge versorgte", erzählte der 33-Jährige der ARD.
Mitarbeiter in WADA-Labors bestochen?
Er will seine Athleten aber nicht nur mit Doping-Mitteln beliefert haben, sondern er soll zudem Urinproben von seinen Sportlern durch von ihm bezahlte Mitarbeiter in in von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) akkreditierten Labors in Mitteleuropa illegal testen haben lassen, um so spätere positive Dopingproben auszuschließen. "Die Mitarbeiter haben 150 oder 300 Euro bekommen. So konnten die Athleten perfekt eingestellt werden", sagte Matschiner. "Es hat einige Jahre funktioniert und es funktioniert immer noch."
WADA-Generaldirektor David Howman zeigte sich entsetzt über diese Information und kündigte Ermittlungen an. "Es wäre skandalös und einer der schlimmsten Regelbrüche überhaupt", sagte der Neuseeländer.
Fünf Wochen in U-Haft
Wegen des Verdachts, Dopingmittel besessen und mit diesen gehandelt zu haben, saß der ehemalige Manager von Bernhard Kohl ab Ende März fünf Wochen lang in Untersuchungshaft. Die Entscheidung über Anklagen gegen Matschiner und weitere in Dopingpraktiken verwickelte Hintermänner dürfte in den nächsten Wochen fallen.
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