Pflanzen in Gefahr
Gesunde Pflanzen, sichere Umwelt!
Man kann es überall beobachten: Eben noch zarte Knospen, schon aufgeblüht und noch rascher verblüht – die Pflanzenwelt arbeitet in diesem Sommer fast schon im Schnelldurchlauf. Das merkt man auch vielen Gewächsen an: Frühzeitige gelbe Blätter, kraftloses Grün oder allzu üppiges Wachstum von ungeliebtem Unkraut.
Ursache dafür ist das fast schon tropische feucht-heiße Wetter. Dazu kommen noch extreme Unwetter, die zu teils heftigen Schäden an Bäumen, Sträuchern und Blumen führen.
Erhöhte Sorgfalt bei Bäumen und Sträuchern!
Wichtige Bereiche der Pflanzenpflege betreffen nicht nur die Gesunderhaltung der Pflanzen selbst, sondern auch die Sicherheit der Menschen.
Ein besonders wichtiger Punkt der Gartenpflege bei extremeren Wetterbedingungen ist die Baumpflege. Denn heftige Stürme führen zu Schiefständen und abgerissenen Ästen. Wie gefährlich das sein kann, haben die starken Unwetter dieses Sommers und die Zahl der Verletzungen und Sachschäden durch Äste deutlich vor Augen geführt.
„Jeder Gartenbesitzer mit Bäumen auf seinem Grund unterliegt der so genannten Verkehrssicherungspflicht“, so Garten- und Landschaftsarchitekt Frank Timmermann vom Gartenanlagenspezialisten „Grünbau Jakel“. In der Praxis bedeutet dies, dass Bäume im Garten angesichts der zunehmend heftigeren Stürme ganz besonders genau beobachtet werden müssen. Bei Schiefständen sollte sofort der Fachmann gerufen werden, totes Holz bei den Ästen muss besonders sorgfältig und fachgerecht entfernt werden, zu viele Risse im Stamm können ebenfalls ein deutliches Warnsignal sein. Vorsicht ist auch bei den sogenannten Flachwurzlern wie etwa Fichten, die in vielen heimischen Gärten zu finden sind, geboten. Vor allem dann, wenn sie nicht in Gruppen, sondern freistehend wachsen.
„Natürlich kann bei diesen Stürmen immer etwas passieren. Wenn aber ganz offensichtlich diese Verkehrssicherungspflicht vom Gartenbesitzer vernachlässigt wurde, kann das im Schadensfall schon zu Problemen mit der Versicherung führen“, so Timmermann.
Aber nicht nur Gartenbesitzer, sondern auch Dachterrassen-Liebhaber zwingen die Unwetter zu erhöhten Sorgfaltspflichten. Dachterrassen sind meist besonders stark Stürmen ausgesetzt, die eine gewaltige Kraft entwickeln können. Daher müssen Tontöpfe, Sträucher, aber auch Sonnenschirme und Möbel, gut gesichert und gegebenenfalls noch zusätzlich verankert werden.
Pflanzenschäden und Erste-Hilfe
Sind Bäume und Sträucher nach Sturm und Hagel „verletzt“ (z. B. abgerissene Äste, ausgerissene Rinde etc.), sollten diese „Wunden im Baum“ sorgfältig nachgeschnitten werden. Experten-Rat von Timmermann: „Heute setzt man nach dieser fachmännischen Versorgung im Übrigen ganz auf die Selbstheilungskraft der Gewächse. Im Gegensatz zu früher ist man vom Einsatz von Hilfsmitteln, wie etwa dem Baumbalsam, abgekommen, da sich dadurch häufig Schädlinge hinter der abgedeckten Stelle angesammelt haben.“
Zerschlagene Blätter, geköpfte Rosensträuche und verwüstete Beete – schön sieht es nach heftigem Regen und Hagel im Garten nicht aus. Die Maßnahmen beschränken sich aber hier auf eher optische. Denn gesunde Pflanzen verfügen über ein kräftiges Maß an Regenerationsfähigkeit. „Generell passen sich Pflanzen sehr gut und auch rasch geänderten Klimabedingungen von selbst an“, so Timmermann.
Ausnahme: Heftige Regengüsse, die besonders bei lehmigem Boden zu Staunässe führen können. Als Folge werden die Wurzeln nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt, die Pflanze sieht allgemein schwächlich aus und die Blätter färben sich gelb. Solche Staunässe kann auch den Rasen schwer beschädigen, vor allem dann, wenn im Frühjahr nicht wirklich gut vertikutiert worden ist. „Hier kann man nur schwer sofort etwas tun. Tipp: Auch im Herbst kann man vertikutieren,“ sagt Timmermann.
Hochsaison für Pilze
Was bei schwül-tropischem Wetter den meisten Pflanzen wirklich schwer zusetzen kann, ist die erhöhte Gefahr des Pilzbefalls. Der gefürchtete und in diesem Sommer besonders verbreitete „Rosenrost“ ist ein unschönes Beispiel dafür.
Hier helfen letztlich nur der Gang zum Fachmann und der Einsatz eines wirklich guten Präparates. Dabei sollte man jedoch unbedingt auf die Umweltfreundlichkeit achten, vor allem auch bei Rosen, denn nicht geeignete, stark aggressive Mittel können Bienen und Schmetterlingen schaden.
Vorsicht beim Düngen
Ganz besonders wichtig ist die Frage des richtigen Düngens. Die heiß-sommerlichen Tage auch noch im Spätaugust und September veranlassen viele Pflanzenfreunde, auch noch bis in den September hinein kräftig zu düngen. „Das ist falsch. Auch wenn das Wetter sommerlich ist, gegen Ende August beginnen die Pflanzen, ihre Kraft von den Blättern abzuziehen und in die Wurzeln zu legen. Falsches Düngen führt dazu, dass sie weiterhin zwar üppig wachsen, diese späten Zellstrukturen aber nicht frostbeständig sind und sie im nächsten Frühjahr nicht schön antreiben können“, warnt Timmermann. Experten-Tipp: Ab Mitte/Ende August nur mehr sogenannte „Kalidünger“ und keinen Stickstoffdünger mehr verwenden!







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