Blickdicht
Schutz vor neugierigen Blicken
Schon in den Frühzeiten arabischer Kultur stellten hohe, undurchdringliche Mauern einen festen Bestandteil jedes Gartenanlagekonzeptes dar. Erst durch das deutliche bauliche Abschirmen von Lärm und neugierigen Blicken der Außenwelt wurde die private Intimität des Wohnbereichs auch im Freien sichergestellt.
Allein aus baurechtlichen Gründen sind solche Maßnahmen in unseren Breiten meist nicht möglich. Allerdings stehen heute eine ganze Reihe brauchbarer Sichtschutz-Lösungen zur Verfügung.
Ein guter Sichtschutz beginnt bei der Planung
Gerade in Gärten von dicht aneinander liegenden Grundstücken oder Terrassen/Balkonen, die an die Nachbarwohnung anschließen, ist ein guter Sichtschutz schon fast Pflicht.
Doch bevor man vorschnell sowohl sich selbst als auch die Nachbarn hinter blickdichten Wänden einbetoniert, sollte man sich gründlich Zeit für die Auswahl der wirklich besten Lösung nehmen. Denn ein Sichtschutz schirmt nicht vor neugierigen Blicken ab, sondern prägt auch das optische Erscheinungsbild von Haus und Pflanzenwelt. Vor allem das Freiraumgefühl auf der Terrasse oder im eigenen Garten sollte erhalten bleiben.
Als Sichtschutz stehen heute eine ganze Reihe von Materialien zur Verfügung: Holz, Kunststoff, Bambus, Weide, Stoff und nicht zuletzt „lebendige“ Sichtschutzlösungen in Form geeigneter Bepflanzung zählen dabei zu den beliebtesten.
Wofür aber auch immer man sich entscheidet – im Sinn eines guten nachbarschaftlichen Kontaktes ist es ratsam, die geplante Lösung dem Nachbarn vorab mitzuteilen, um spätere Konflikte auszuschließen. Sind bauliche Maßnahmen geplant, z.B. hohe Sichtschutzwände, sollte man sich auch über die rechtlichen Vorschriften bei der zuständigen Baubehörde informieren. Achtung: Eine zu hohe Sichtschutzwand an der Grundstücksgrenze kann zu richtig Ärger mit dem Nachbarn führen, da durch die Höhe das Nachbargrundstück (zu) stark beschattet werden kann.
Sichtschutz aus Holz
In Gärten ist es meist sinnvoll, Sichtschutzzäune zu verwenden. Das beliebteste Material dafür ist Holz. Das Material Holz ist nicht nur wirklich blickdicht, sondern punktet auch mit einer schönen und natürlichen Optik. Der Nachteil: Holz muss regelmäßig gepflegt werden und daran führt auch in Zeiten modernster Imprägnierung kein Weg vorbei. Zunehmend beliebter werden daher Sichtschutzzäune aus Kunststoff, die schier unverwüstlich sind und keinen zusätzlichen Pflegeaufwand erfordern.
Holz-Sichtschutzwände eignen sich gut für Garten und Terrassen. Es gibt sie in vielen verschiedenen Größen und Höhen. Mit einer solchen Sichtschutz-Wand lassen sich nicht nur allzu neugierige Blicke von Nachbarn und Passanten abschirmen, sondern sie bieten je nach Ausführung auch einen guten Wind- und Sonnenschutz. In Heimwerkermärkten finden sich bereits vorgefertigte Fertigelemente, die relativ einfach aufgestellt werden können.
Tipp: Holzteile sollten nie direkt mit dem Erdboden in Berührung kommen, da sie sehr rasch verfaulen können. Daher senkrechte Stützposten entweder einbetonieren oder passende Einschlagshülsen verwenden.
Bambus und Weide
Wer es ganz rasch haben will und auch über kein großes handwerkliches Geschick verfügt, für den stellen Bambusmatten eine sehr gute Lösung dar. Bambusmatten werden einfach nur an das Terrassengelände angebracht oder an den Zäunen montiert, bieten einen guten Sichtschutz und sorgen für gemütlich-asiatisches Flair, was allerdings nicht in jeden Garten passt.
Vorteil: Bambusmatten sind günstig zu erwerben. Ähnlich wie das Holz müssen aber auch Bambus-Sichtschutzelemente regelmäßig gepflegt werden, andernfalls wirken sie schon nach kürzester Zeit grau und unansehnlich.
Tipp: Mittlerweile gibt es auch unechte Kunststoff-Bambusmatten für die Zäune.
Wer es individuell und ganz natürlich liebt, ist mit dem Material „Weide“ gut beraten, das in der Gartengestaltung zunehmend beliebter wird. Experten nennen als besonderen Vorteil des wertvollen Materials vor allem die „Luftigkeit“: Perfekt blickdicht, hat man doch nicht das Gefühl, selbst abgeschlossen zu sein.
Lebendige Sichtschutzlösungen
Zweifelsfrei die natürlichste Art des Blickschutzes ist das Anlegen einer geeigneten Bepflanzung. Besonders eignen sich dafür immergrüne Hecken, die auch im Winter die Funktion des Sichtschutzes nicht verlieren. Der große Vorteil solcher Pflanzen-Sichtschutzlösungen liegt darin, dass sie je nach Belieben durch Stutzen oder Nachpflanzen jederzeit korrigiert werden können und so stets den persönlichen Bedürfnissen angepasst werden.
Geduld ist allerdings Voraussetzung. Denn es kann einige Zeit dauern, bis die Pflanzen die gewünschte Höhe erreicht haben. Wer das nicht abwarten kann, muss u.U. tief in die Brieftasche greifen und gleich größere Pflanzen anschaffen.
Tipp: Gartenbambus! Durch Auswahl geeigneter Sorten lassen sich sowohl dichte, kompakte Hecken als auch zarte Gartenteiler erzielen. Bambus ist ein Gras, das äußerst rasch wächst, manche Bambussorten werden bis zu zwei oder drei Meter hoch. Vor dem Kauf unbedingt den Fachmann zu Rate ziehen!







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