Diese Position ist der 23-Jährigen bis in den Juli hinein sicher, das tröstet sie nach der recht einseitigen Angelegenheit in ihrem dritten Grand-Slam-Finale hingegen nur wenig. Wie im Vorjahr bei den French Open gegen die Serbin Ana Ivanovic und heuer im Jänner bei den Australian Open gegen die US-Amerikanerin Serena Williams hatte die Schwester des heuer zurücktretenden Marat Safin das schlechtere Ende im Finale für sich. Nach der Niederlage kämpfte sie gegen die Tränen.
Mit ihrem siebenten Doppelfehler beendete die Gewinnerin von elf WTA-Turnieren das Match zu ihren Ungunsten. Zwar hatte Safina die Partie mit einem Break zum 1:0 eröffnet, dann aber die nächsten beiden Games ohne Punktgewinn abgegeben. Auf ein späteres zweites Break von Kusnezowa konnte Safina noch postwendend kontern, doch ihre Gegnerin schlug ein weiteres Mal zu und sicherte sich den Satz mit 6:4.
Wie der Eröffnungssatz war auch der zweite Durchgang von harten Schlägen von der Grundlinie gekennzeichnet, meist mit dem besseren Ende für Kusnezowa. Bis zum 3:2 für sie schien Safina noch ihre Möglichkeiten zu haben, doch mit dem 4:2 war die Partie gelaufen. Kusnezowa brachte in Folge ihren Aufschlag durch und nahm ihrer leicht favorisiert gewesenen Landsfrau schließlich ein weiteres Mal ihr Service ab. Für den Titel kassierte sie 1,06 Millionen Euro, Safina bekam die Hälfte.
Kusnezowa ist die zweite russische Paris-Gewinnerin nach Anastasia Myskina im Jahr 2004. Im Head-to-Head mit Safina verkürzte Kusnezwowa mit ihrem dritten Titelgewinn auf Sand nach Helsinki 2002 und Stuttgart 2009 auf 6:8. Für Safina ging eine über 16 Matches gegangene Siegesserie zu Ende, ihre davor letzte Niederlage hatte sie im Stuttgarter Finale auch gegen Kusnezowa kassiert.
Die neue Paris-Triumphatorin besiegte heuer alle aus den Top Vier zumindest einmal, ist also keine Zufallssiegerin. Die Trophäe "Coupe Suzanne-Lenglen" erhielt sie aus den Händen von Steffi Graf, die nunmehrige Ehefrau von Andre Agassi hatte 1999 letztmals in Roland Garros triumphiert. "Es ist so viele Jahre her, dass ich einen Grand-Slam-Titel gewonnen habe", meinte Kusnezowa bei der Siegerehrung. "Ich kann es noch gar nicht richtig fassen, das ist ein großer Moment für mich."
Safina gestand ein, dass ihre Gegnerin den Sieg verdient hatte. "Ich hoffe aber, dass ich nächstes Jahr wieder die Chance bekomme." In der Weltrangliste bleiben die Top Vier mit Safina, Serena und Venus Williams sowie der Russin Jelena Dementjewa unverändert. Kusnezowa verdrängt die Serbin Jelena Jankovic auf Rang sechs, deren Landsfrau Ana Ivanovic wird aus den Top Ten fallen und voraussichtlich nur noch 13. sein. Als neue Zehnte ist die Russin Nadja Petrowa zu erwarten.
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