So, 22. Juli 2018

Taktvolles Spiel

08.05.2009 15:50

Rhythm Paradise

1,6 Millionen Japaner sind bereits im Rhythmus-Fieber und auch R'n'B-Sternchen Beyoncé soll zu Nintendos "Rhythm Paradise" begeistert den Stylo-Taktstock schwingen. Seit kurzem ist das innovative Musikspiel für die beiden Nintendo-Handhelds DS und DSi auch hierzulande erhältlich. krone.at hat es für dich getestet – taktvoll, versteht sich.

"Rhythm Paradise" (in den USA "Rhythm Heaven") basiert auf dem 2006 in Japan für den Game Boy Advance veröffentlichtem "Rhythm Tengoku" und verfolgt ein ebenso leicht zu erlernendes wie schwer zu meisterndes Spielprinzip: In über 50 Mini-Spielen gilt es den Stylo des wie ein aufgeschlagenes Buch zu haltenden Nintendo-Handhelds möglichst genau im Takt der Hintergrundmusik auf dem Touchscreen zu schlagen und zu trommeln.

Je nach Spiel muss der Touchpen zu diesem Zweck rhythmisch auf- und abgesetzt oder in einer Art schnipsenden Bewegung über das Display gefahren werden, um etwa in der "Beatfabrik" Bolzen im Takt der Musik durch Stahlplatten zu treiben, Roboter zu betanken, sein virtuelles Gegenüber im Tischtennis zu besiegen oder ein Acappella-Ständchen zu geben. Erschwert wird dieses Vorhaben neben Rhythmus- und Tempi-Wechseln etwa durch das Wegfallen der optischen Anzeige, so dass sich der Spieler voll und ganz auf sein Gehör verlassen muss.

Was genau zu tun ist, wird zu Beginn der intuitiv verständlichen und in ihrer Machart stark an die "Warioware"-Reihe erinnernden Kurzspielchen in einer Trainingsrunde erläutert, ehe man sich unter echten Bedingungen behaupten muss. Meistert der Spieler die Aufgabe mit Bravour, wird ein weiteres Mini-Spiel freigeschaltet, bis sich nach vier Runden der "Bossfight" in Form eines Remixes anbahnt, indem alle vorherigen Spiele, flott nacheinander wechselnd, zusammengefasst werden.

Dies vereinfacht die Sache keineswegs, denn "Rhythm Paradise" verzeiht nur wenige Patzer, was allem Spaß beim Musizieren zum Trotz schnell zu Frust führen kann. Ein einziger Fehler genügt oftmals, um an der "Superb"-Bewertung vorbeizuschlittern. Ohne diese kommt der Spieler jedoch nicht in den Genuss der Medaillen, mit denen sich wiederum weitere Rhythmusspielereien wie virtuelle Gitarrenstunden oder Musiktitel aus dem Spiel freikaufen lassen.

Immerhin: Wer an einem Spiel verzweifelt und nicht weiterkommt, muss nicht gleich das ganze Game an den Nagel hängen. Nach einigen Fehlversuchen zeigt sich "Rhythm Paradise" gnädig und erlaubt dem Spieler, ein zu schweres Mini-Spiel zu überspringen. Der nur mittels Medaillen zugängliche Bonus-Inhalt lässt sich dessen ungeachtet jedoch nur durch hartes und ausdauerndes Training freispielen und dürfte daher vielen auf ewig verborgen bleiben.

Dabei dürfte der Titel doch in allererster Linie für den Gewöhnlichkeitsspieler, gemeinhin Casual Gamer genannt, konzipiert worden sein, was auch in der schlichten, zweckorientierten – und ganz gewiss nicht Oscar-verdächtigen - Grafik zum Ausdruck kommt. Zu Gute halten muss man Nintendo jedoch, dass bei "Rhythm Paradise" die Musik im Vordergrund steht, an der es demnach auch nur wenig auszusetzen gibt. Mit Ausnahme der auf Deutsch vorgetragenen Liedchen geht nahezu jeder Rhythmus vom Ohr ins Blut und von da in sämtliche Gliedmaßen über.

Fazit: Originelle und innovative Spielkonzepte waren schon immer Nintendos Stärke. "Rhythm Paradise" macht da keine Ausnahme. Schade ist nur, dass der Schwierigkeitsgrad für die junge und weniger musikalische Käuferschicht trotz des süchtig machenden Gameplays auf Dauer zu hoch angesetzt sein dürfte. Ausprobieren sollte man die erfrischend andersartige Rhythmus-Klopperei dennoch.

Plattform: DS
Publisher: Nintendo
krone.at-Wertung:
8/10

von Sebastian Räuchle

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