Balkonkisterl

Minigarten am Fensterbrett

Wohnkrone News
02.05.2009 11:22
Sonne und warmes Wetter machen reichlich Lust auf Natur. Am besten auch zuhause viel Grün. Voll im Trend liegen heuer Bio-Gemüse und Bio-Obst aus eigenem Anbau. Doch nicht jeder hat einen eigenen Garten oder eine großzügige Terrasse. Macht aber nichts. Denn schon einige wenige Quadratmeter Balkon oder auch das schlichte Fensterbrett reichen aus, um Natur pur inklusive Gemüse und Obst in die Wohnung zu holen.

Zugegeben: Balkonkisterln haben nicht immer das beste Image. Da steigen unweigerlich Bilder von relativ eintönigen Pelargonien- Monokulturen auf, die zwar reichlich Pflege und Gießen erfordern, sonst aber nur wenig Raum für die Umsetzung „grüner Fantasien“ oder auch anderer – etwa kulinarischer - Genüsse bieten.

Doch diese Balkonkisterl-Kultur soll nun der Vergangenheit angehören. Kreativität und Gestaltung auch am schlichten Fensterbrett sind gefragt und vor allem auch möglich.

Denn mit nur ein wenig Zeit und Mühe  kann sich jeder ab sofort seinen eigenen „Minigarten“ anlegen. Und sich dann bis in den Herbst hinein an duftenden Blumen, küchentauglichen Kräutern oder aber auch an Gemüse und Obst aus Eigenanbau freuen – der persönliche Geschmack gibt die Zusammenstellung an.

Der richtige Platz
Egal, ob riesiger Garten oder schlichter Fensterplatz, für das Gedeihen der Pflanzen ist immer der richtige Standort ausschlaggebend. Pflanzen sind äußerst dankbar – auf einen guten, zu ihnen passenden, Platz reagieren sie mit reichlich Wachstum und vor allem auch mit Pflegeleichtigkeit. 

Faustregel: Üppig blühende Pflanzen wie zum Beispiel die Perlagonie, Lavendel oder Kapuzinerkresse bevorzugen Südausrichtungen, tolerieren aber auch Ost- und Westlagen. Tipp: Die (essbare!) Kapuzinerkresse trägt nicht nur schöne Blüten in gelb, orange oder rot, sondern diese Blüten schmecken auch ganz wunderbar zu Salaten und sollen – ebenso wie die Samenkapseln – laut Großmutters Heilkräuterbuch auch besonders gut für Leber und Blutreinigung sein. 

Gemüse und Kräuter haben ebenfalls hohe Lichtansprüche. Besonders gut geeignet sind daher wind- und regengeschützte Süd-, Südost- und Südwestlagen.

Bei schattigen Nordlagen wird es zwar schwieriger, aber nicht aussichtslos. Angepflanzt können hier alle schattenverträgliche Pflanzen wie etwa Primel, Taglilie oder Storchenschnabel werden.

Bio-Ernte vom Fensterbrett
Balkonkisterln, die nicht nur das Auge, sondern vor allem auch den Magen erfreuen, haben schon etwas für sich. Jeder, der einmal seine eigene Tomate geerntet und andächtig verzehrt hat, weiß wie besonders gut selbst angebautes Gemüse schmeckt. Aber auch das Warten, bis es endlich soweit ist, macht nicht nur den Kids Spaß.

Die Auswahl an fenstertauglichem Gemüse ist riesig: Grundsätzlich sind alle kleinfruchtigen Gemüsearten für Gefäßkultur geeignet. Dazu zählen etwa: Chilischoten, Pfefferoni, Cocktailtomaten, Paprika, kleine Salatgurken- und Zuccinisorten, Lauch, Brokkoli, Melanzani, Schnittsalat und bei etwas größeren Gefäßen sogar Kürbisse oder Zuckermelonen. Aber auch Buschbohnen oder Stangenbohnen auf Schnüren eignen sich gut für die Topfkultur.

Vom Obst her gedeihen vor allem Erdbeeren völlig problemlos am Fensterkisterl. Damit die Erdbeerernte nicht nur ein einmaliges Erlebnis bleibt, sollte man am besten Monatserdbeeren pflanzen. Diese tragen über mehrere Wochen immer wieder neue Früchte.

Als Pflanzgefäße eignen sich Balkonkästen, Töpfe und Kübel aus Recycling-Kunststoff, Ton und anderen Materialien. Vorsicht aber bei der Auswahl, denn Wetterfestigkeit und Gewicht müssen auf Alltagstauglichkeit geprüft werden. Vor allem muss sicher gestellt werden, dass der schwere Topf (kann nass bis zu 40 kg wiegen!) stabil und auch bei starkem Wind sicher befestigt ist und eine Verletzungsgefahr für Passanten oder andere Hausbewohner ausgeschlossen ist.

Balkonkisterlaktion
Für alle, die zwar die Früchte ernten, sich aber das Anpflanzen ersparen wollen oder auch einfach für die vielen, denen schon jetzt vor dem nächsten „Muttertag“ samt Geschenkkrampf graut, ein Tipp: Pünktlich zum Beginn der Balkonsaison haben „die umweltberatung“, die Wiener Umweltanwaltschaft und die Gartenfachmarktkette „bellaflora“ eine neue Generation von Balkonkisterln zusammengestellt.

Österreichweit sind bei „bellaflora“ praktische Balkonkisterln-Sets in Bio-Qualität erhältlich. Dabei kann zwischen Duftendem, Kräutern, Gemüse und Obst gewählt werden. Ab Mitte Mail soll es dann auch noch ein spezielles „Schmetterlings-Kisterl“ geben, das durch nektarreiche Pflanzen Schmetterlinge anziehen soll.

Ob individuell zusammengestellt oder fertig gekauft – „die umweltberatung“ empfiehlt jedenfalls, bei Balkonkisterln folgendes zu beachten:

  • Biozeichen: Bei Pflanzen und Samen auf  Biozeichen schauen. Diese stehen für strenge Kontrollen und hohe Qualität, für sorgsamen Umgang mit Ressourcen und klimaschonende Anbauweise. Sie sind garantiert frei von Pestiziden und Düngemittelrückständen. 
  • Heimisches bevorzugen: Saatgut und Pflanzen von regionalen Pflanzenfachmärkten oder Gärtnereien sind an das regionale Klima angepasst und deshalb widerstandsfähiger. 
  • Erde: Bio-Erde oder torffreie Erde mit Österreichischem Umweltzeichen verwenden. dadurch bleiben Moorlandschaften mit seltenen Tier- und Pflanzenarten vom Torfabbau verschont.
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