Höchst umstritten

Aufregung um Gebetsbroschüren in Kindergarten

Wien
07.02.2009 17:45
Nach einer Studie, die Demokratiedefizite bei islamischen Religionslehrern ortet, sorgt jetzt ein Vorfall im 15. Bezirk für Aufregung: In einem vorwiegend, aber nicht ausschließlich von Moslems besuchten Kindergarten wurden Broschüren mit Gebetsanleitungen verteilt. Der Text in türkischer Sprache ist mit einem Buben und einem Mädchen in traditioneller Tracht bebildert.

Die beiden zeigen unter anderem vor, wie man sich richtig auf den ausgerollten Gebetsteppich stellt, kniet und beugt. Der Kindergarten wird von einem privaten Integrations- und Bildungsverein geleitet. Eine interne Angelegenheit, möchte man meinen. Doch die Sache ist nicht so einfach. Über Vermittlung der MA 11 sind dort auch Sprösslinge aus nichtmuslimischen Familien untergebracht, weil es in öffentlichen Kindergärten offenbar für sie keinen Platz mehr gegeben hat. 

Seinem Sohn sei die Gebetsbroschüre durch Gruppenzwang aufgedrängt worden, meint ein Vater. Von einer Beschwerde habe er aber aus Angst vor nachteiligen Folgen abgesehen. Diese "Zwangsbeglückung" ist noch in einem anderen Licht zu sehen: "Die Stadt verbannt den Nikolaus aus den Kindergärten, subventioniert aber Privatkindergärten, die religiöse Broschüren verteilen", so ÖVP-Stadtrat Norbert Walter. Zudem müssten wohl Regeln, um die Gefühle Andersgläubiger nicht zu verletzen, für alle gleichermaßen gelten.

Von Alex Schönherr

Symbolfoto

 

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