Wohn-Trends 2009

Möbel am Laufsteg

Wohnkrone News
23.01.2009 13:42
Alljährlich, so auch dieses Jahr, präsentieren Wohn-Experten, Trend-Forscher und nicht zuletzt Industrie elegant eindringlich, was 2009 so in unseren Wohnzimmern stehen sollte. Ganz so, als ob Otto Normalverbraucher jedes Jahr seine Einrichtung austauschen könnte und auch wollte. Und auch ungeachtet der Finanzkrise. Aber unterhaltsam ist diese „Wohn-Trend-Schau“ allemal…

Es ist ein wenig vergleichbar mit den großen Haute-Couture-Schauen: Tragbar ist wirklich kaum ein Stück, und daher fällt es auch nicht schwer, dass das alles für den Normalverbraucher nicht wirklich  leistbar ist. Spaß macht es trotzdem, sich das alles kurz anzuschauen und die großen Trends finden sich ja dann auch tatsächlich in weniger abgehobenen (und daher günstigeren!) Formen und Interpretationen bei vielen aktuellen Kleidungsstücken wieder.

Wo die Möbelmode bestimmt wird
So auch bei den Möbelstücken. Das heißt, es wird mit großer Wahrscheinlichkeit bei den meisten von uns 2009 nicht das superteure und ultratrendige „Multi-Media-Funktionssofa“ mit edelstem Nuss-Holz, feinstem Leder und technischer Spielerei werden, sondern bestenfalls die wesentlich einfacher gehaltene Version aus dem großen Einrichtungshaus. Notfalls zum Selbst-Zusammenbauen.

Eine der größten und tonangebendsten Messen für die internationale Wohnwelt ist die „internationale Möbelmesse „imm cologne“ in Köln, die von 19. bis 25. Jänner mit mehr als 1.000 Ausstellern die trendigsten „Wohnwelten“ zeigt.

Wer daher auch beim Wohnen modisch sein will, sollte sich also rechtzeitig mit den vier großen Wohn-Trends 2009 bekannt machen, die die diesjährige „imm cologne“ bestimmen.

Trend Nummer 1: „Teepee-Culture“ 
Wer gerne als Kind Indianer gespielt hat, wird sich jetzt freuen, wenn auch nur kurz, denn der Name klingt besser als dann die Umsetzung.

„Teepee Culture“ (auf Deutsch schlicht „Tipi-Kultur)“, nach den Zeiten nordamerikanischer Indianer benannt, gilt als die stärkste geschmackliche Strömung dieses Jahres.

Aufs konkrete Einrichten umgelegt bedeutet dies: Möbel aus naturbelassenen oder recycelten Materialien, die häufig von natürlichen Formen inspiriert sind. Beispiele: Hocker aus geleimten Papierschnitzeln, klobig anmutige Massivholzregale mit wilden Maserungen oder Tische, aus deren Füßen (wie im Jugendstil) Vogelkrallen und Blätter wachsen. Farblich dominieren satte Rot-, Grün- und Brauntöne. Wiederfinden soll sich die „Tipi-Kultur“ vor allem in Beimöbeln und Accessoires.

Von Wohn-Experten als Wiederentdeckung des „ganz Natürlichen“ gefeiert, fragt man sich allerdings schon, was das alles mit dem tatsächlichen Leben und Wohnen der Indianer zu tun hat.

Einerlei, denn Hauptzielsetzung dieser Möbelgestaltungslinie wäre es, die "nomadenhaften Wurzeln des Menschen" sowie seine Naturverbundenheit auszudrücken.

Trend Nummer 2: „Extra-Much“
Darf es ein bisschen mehr sein? Weiter geht’s mit dem Trend „Extra Much“, was soviel wie „Zuviel“ bedeutet, was wiederum übersetzt auch schlicht „scheußlicher Kitsch“ heißen könnte.

Denn da gibt es heilige indische Schriftzeichen auf schlicht konstruierten Tagesbetten, extrem vergrößerte Maserungen, die gedruckt auf Kommoden angebracht werden und riesige Flickensessel, die neben Stapelstühlen aus „technischem Kunststoff“ (sagen wir doch gleich Plastik dazu) stehen. Leuchtend bunte Farben wie Blaugrün, Maigrün, Lavendel, Orange, Kupfer und Gold herrschen vor.

Echt stolz sind Vertreter dieser Stilrichtung auch auf Kombinationen wie schwarzes Sofa mit grasgrünem Spaghetti-Teppich aus Kunstfaser. „Die Kunden werden mutiger“, gibt man sich optimistisch – und ganz viel Mut braucht man auch sicher dazu, diesen Kombinationen Tag für Tag ins (grasgrüne) Auge zu schauen.

Trend Nummer 3:  „Re-Run-Time“
Da man sich aber nicht nur auf den Mut der Kunden verlassen will, setzt man auch auf Klassisch-Bewährtes. Klassiker haben wieder Aufwind, freut man sich. Und das ist angesichts der oben vorgestellten Stile ja auch kein Wunder.

Allerdings: Nichts da mit diesen faden Begriffen und Formen, auch Altes muss ganz neu interpretiert werden. Und so nennt sich dieser dritte große Wohntrend: „Re-Run-Time“ und wird z.B. so beschrieben: „Ein weißes kubisches Sofa präsentiert sich in überraschend asymetrischen Proportionen oder ein klassisch geformter Holzstuhl wird in einer Verbindung mit Kunststoff neu präsentiert.“ Vorherrschende Farbkombination: Schwarz-Weiß.

Trend Nummer 4: Die Natur baut mit
Dieser Trend, auch „Near and Far“ genannt, bezieht sich vor allem auf Verarbeitungstechniken. Als ob wir die Natur nicht sowieso schon genug ausgenützt haben, soll sie jetzt auch gleich als „Mitproduzent“ aktiv werden. So werden Raumteilsysteme aus Blumentöpfen mit Hängepflanzen entworfen oder ein solides hölzernes Sesselgestell mit einem High-Tech-Netzbezug verknüpft.

Fazit: Abseits von diesen überspannten und wohl wenig praxistauglichen „Haute Couture“-Möbeltrends findet man aber auch 2009 auf allen Wohn-Messen wesentlich Bodenständigeres und Brauchbareres. Zum Beispiel schöne und ökologische Natur-Holzmöbel für viele „modeunabhängige“ Jahre und gute Ideen für biologisch hochwertige Raum- und Wandgestaltung.

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