Auf Anhieb schnell

Italo-Wiener fährt bei Ferrari-Tests Rundenrekord

Sport
28.11.2008 22:53
Nur rund 20 Piloten wird pro Saison die Ehre zuteil, einen Formel-1-Boliden rund um die WM-Strecken zu jagen. Immer wieder fanden auch Österreicher wie Rindt, Lauda und Berger Aufnahme in die "Königsklasse". Gut möglich, dass in den nächsten Jahren Mirko Bortolotti in diesen elitären Kreis vorstößt...

Der Sohn italienischer Eltern kam mit zwei Jahren nach Wien, mit fünf Jahren verdiente er sich im Kart seine ersten Motorsport-Sporen. 2005 wechselte er in den Formel-Sport, wo er sich heuer den Titel in der italienischen Formel-3-Meisterschaft sicherte.

Als Belohnung durfte der 18-Jährige am Mittwoch auf der firmeneigenen Strecke in Fiorano den aktuellen Ferrari F2008 testen. "Als mich Ferrari angerufen hat, war ich wie geschockt, einfach überglücklich", schmunzelte Bortolotti, der im gleichen Atemzug ins Schwärmen verfiel: "Ein riesiger Tag, am Vormittag war‘s leider sehr nass, aber das gesamte Ferrari-Team hat mich sensationell unterstützt, das Auto perfekt eingestellt." Und am Nachmittag zeigte der Italo-Wiener dann seine Extraklasse. Rundenrekord in 59,1 Sekunden! "Für mich ist wirklich ein Traum in Erfüllung gegangen, dass ich dann auch noch so eine super Zeit gefahren bin, ist nur das Sahnehäubchen."

Aber nicht nur die Zeit ("bei meiner schnellsten Runde hatte ich einen kleinen Fehler in der Spitzkehre, da hab ich sicher noch zwei Zehntel verloren"), vielmehr der Bolide hat es Bortolotti angetan. "Wenn man den 900-PS-Formel-1-Boliden als Auto bezeichnet, darf man kein anderes Auto als solches bezeichnen. Absoluter Wahnsinn, der Bremsweg ist extrem kurz, die Kurvengeschwindigkeiten nicht vorstellbar." Durchaus vorstellbar dagegen die Schlagzeile: 2011 fährt Bortolotti in der Formel 1! 

Von Richard Köck, Kronen Zeitung

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